Quantenphysik schlägt Fußballkunst

von Redaktion

Zum Bericht „Ein Denkmal an der Franz-Beckenbauer-Allee?“ (Sportteil):

Franz Beckenbauer war ein hervorragender Fußballer, Trainer und Manager. Er galt schon zu Lebzeiten als Ikone des Sports, und wurde nach seinem Tod in allen Medien in herausragender Weise gewürdigt. Den Vorschlag des FC-Bayern-Chefs Jan-Christian Dreesen, für den Franz vor der Allianz-Arena eine ähnliche Bronzestatue wie für Gerd Müller aufzustellen, kann man nur begrüßen. Doch die Idee Dreesens, die an der Arena vorbeiführende Werner-Heisenberg-Allee in Franz-Beckenbauer-Allee umzubenennen, ist eine Unverfrorenheit sondergleichen. Mir sträuben sich die Haare. Und Dreesen führt bereits Gespräche mit der Stadt München. Der 1901 in Würzburg geborene und 1976 in München verstorbene Werner Heisenberg war der Begründer der Quantenmechanik und zählt zu den bedeutendsten Physikern des 20. Jahrhunderts. Im Alter von 26 Jahren formulierte er bereits die nach ihm benannte „Heisenbergsche Unschärferelation“, ein fundamentales Prinzip der Quantenphysik. Und schon 1933 wurde er mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Aber auch wenn der aus Niedersachsen stammende Banker Dreesen noch nie davon gehört hat, hätte er sich über das Internet in wenigen Minuten sachkundig machen können. Ich kann nur auf einen lautstarken Protest vonseiten der Wissenschaft und den Münchener Hochschulen hoffen.

Dr. Richard Kirchlechner

Rott

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