Besser zuerst an dengroßen Schrauben drehen

von Redaktion

Zur laufenden Berichterstattung über die steigende CO2-Abgabe (Politikteil):

Die Bundesregierung hat die CO2-Abgabe für die Nutzer von fossilen Energieträgern von 30 Euro auf 45 Euro pro Tonne CO2 erhöht. Durch diese Kostenerhöhung sollen beispielsweise die Nutzer von Ölheizungen zum Wechsel auf eine Wärmepumpe angeregt werden.

Zum Beheizen meines Hauses, circa 150 Quadratmeter, benötigt die 30 Jahre alte Ölheizung 700 Liter (rund 7000 KWh) Heizöl pro Jahr. Bei einem Literpreis von 0,91 Euro sind das 637 Euro. Der CO2-Ausstoß beträgt 2,1 Tonnen. Die Umrüstung auf eine Wärmepumpe erfordert eine Investition von mindestens 15000 Euro, die Stromrechnung dürfte danach etwa doppelt so hoch sein wie die aktuellen Kosten. Wer meint, dass das Heizen mit einer Wärmepumpe CO2-frei ist, der irrt. Aktuell wird der Strombedarf in Deutschland zu 42 Prozent mit Steinkohle, Braunkohle und Gas gedeckt. Um richtig viel CO2 einzusparen, bedarf es nur einer mutigen Entscheidung. Ein Tempolimit auf den Autobahnen spart jährlich rund vier Millionen Tonnen. Ein weiterer extremer CO2-Erzeuger ist der Flugverkehr. Großflugzeuge stoßen in einer Flugstunde so viel CO2 aus, wie ich mit meiner alten Ölheizung in 18 Jahren – und das auch noch steuer- und CO2-abgabenfrei. Für manche Firmen gibt es die Möglichkeit, Verschmutzungsrechte zu erwerben, anstatt in umweltfreundlichere Einrichtungen zu investieren. Dass mal eins klar ist: Niemand hat das Recht auf Verschmutzung, sondern die Pflicht, im Rahmen seiner Möglichkeiten CO2 einzusparen. Also habe ich kein schlechtes Gewissen, meine Ölheizung weiter zu nutzen. Von den verantwortlichen Politikern erwarte ich für die Zukunft mehr Weitblick bei den entsprechenden Gesetzen. Zuerst sollte man an den „großen Schrauben“ drehen.

Jürgen Breuer

Heldenstein

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