Jahrhundertflut, Jahrtausendflut – oder ein Aprilscherz?

von Redaktion

Zum Bericht „Dammerhöhung für Jahrtausendflut am Inn“ (Titelseite):

Der Inndamm muss wegen der Klimaänderung erhöht werden. Schuld ist aber auch die Verschlammung wegen der Innkraft-Werke. Vor circa 40 Jahren wurden die Dämme bereits erhöht, etwa bei Attel. Am Inn kommt eine Erhöhung wegen einer drohenden Jahrtausendflut, an der Mangfall gibt es aber nur die Einstufung als 100-jährliches Hochwasser – plus 15 Prozent Klimaänderungs-Zuschlag. Die Wahrheit ist, dass die Veränderung des Klimas nicht mehr zu stoppen ist. Umweltkatastrophen werden nicht langsam prozentual zunehmen, sondern sie werden im Quadrat steigen. In Rosenheim (Oberwöhr, Krainstraße Nordwest) wird bereits gebaut, übrigens ohne gesetzlich vorgeschriebene Bautafel. Obwohl gerade hier, am gefährlichen Mangfallknie, die Spundwandhöhe unzureichend ist. Es fehlen 30 Zentimeter zum übrigen Niveau. Paragraf 74 Abs. 2 Nr. 2 WHG (Wasserhaushaltsgesetz) spricht von einem 100-jährlichen Hochwasser. Reicht dies nicht mehr aus, so tritt eben Nr. 3 WHG in Kraft. Das Wasserwirtschaftsamt spricht von einem 100-jährlichen Hochwasser plus 15 Prozent Klimaänderungs-Zuschlag. Das heißt dann aber: absolutes Bauverbot nach den Paragrafen 78 ff. WHG. In Feldolling droht den Grundstücksbesitzern wegen der Flutpolder eine Enteignung, aber hier in Oberwöhr wird ein lukratives Baugebiet geschaffen. Hier fehlt die Verhältnismäßigkeit. Dämme gegen die Jahrtausendflut klingt schon komisch. Oder war das noch als Faschingsscherz gedacht? Oder vielleicht schon ein vorgezogener April-scherz?

Werner Englhauser

Rosenheim

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