Lehren der Geschichte – nur welche?

von Redaktion

Zur Berichterstattung über den Ukrainekrieg, den Umgang mit Russland und den Artikel „Der Zahltag des Krieges wird kommen“ (Politikteil):

Die Leistungen der Bundesregierung sind in vielen Bereichen schwer mangelhaft, insbesondere wenn man etwa die Wirtschafts-, Energie- und Gesellschaftspolitik betrachtet. Sie führen zu großer Unzufriedenheit und zu Auseinandersetzungen in der Gesellschaft. Diese berechtigte Kritik gilt aber auch großteils den Nicht-Regierungsparteien und betrifft auch die massiven Fehlentscheidungen in den letzten 15 Jahren.

Mit der Aussetzung der Wehrpflicht und der grob fahrlässigen Demontage der Bundeswehr ging die Fähigkeit zur Selbstverteidigung und Abschreckung verloren. Ich bin mir sicher, der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt würde aus seiner Verantwortungsethik heraus in den jetzigen Situationen anders handeln und Vertrauen in der Bevölkerung haben. Wir befinden uns in den nächsten Jahren in äußerst schwierigen Zeiten, wenn wir nicht massiv umsteuern. Dazu gehört zu prüfen: Sind alle Sanktionen und Maßnahmen staatspolitisch vertretbar und darf unsere Bundeswehr leergeräumt werden? Sollen dann unsere Soldaten mit dem Klappspaten unsere Werte und das Land verteidigen?

In den letzten Tagen sagte noch ein ehemaliger Oberst und jetziger maßgeblicher Bundestagsabgeordneter, der Krieg in der Ukraine muss auch noch nach Russland getragen werden. Meint diese Person wirklich, Russland als Groß- und Atommacht, vertreten durch ihre militärische und politische Oberschicht, würde dies zulassen und eine Niederlage hinnehmen? Auch China würde hier seine Interessen geltend machen. Die Folge wäre, dass Mitteleuropa zum Kriegsschauplatz wird, auch mit dem Einsatz von ABC-Waffen; dies muss verhindert werden. Es müssen sofort Waffenstillstandsverhandlungen geführt werden.

Sepp Maier

Eiselfing

Hey Bundeskanzler, warum versuchen Sie, uns auf einen möglichen Krieg einzustimmen? Wir wollen keinen Krieg! Unser Volk hat kein Problem mit dem russischen Volk, wir kennen uns gar nicht. Aber Sie wollen uns da hineinziehen.

Wir Deutsche sind für den Konflikt in der Ukraine weder verantwortlich noch zuständig – trotzdem mischen Sie sich dort ein! Durch Ihre Waffenlieferungen verwickeln Sie unser Land da hinein. Krieg gegen Russland hatten wir. Es war schon damals aussichtslos. Keiner will das noch einmal. Keiner. Außer wie es scheint, Sie und Ihre „Freunde“. Dann stellen Sie sich doch hin, bitte sehr: Willige zuerst! Wir – das Volk – wollen unseren Frieden bewahren; und das geht nur mit Gesprächen mit den Beteiligten, also auch mit Russland. Genau das wäre Ihre Aufgabe. Wenn sich etwa zwei Kinder um einen Ball streiten, geben wir ihnen doch nicht Stöcke und Steine zum Verteidigen, sondern reden mit ihnen, um eine Lösung zu finden.

Aber Sie rüsten auf und liefern unsere Waffen dorthin. So kann kein Frieden werden. Das ist der falsche Weg! Sie handeln entgegen unserer friedlichen Gesinnung. Wenn Sie nicht in unserem Sinne handeln, sind Sie auch nicht mehr unser Kanzler. Dann nehmen Sie Ihre Mütze und gehen – und nehmen Sie Ihre Außenministerin gleich mit!

Christine Kuchler

Brannenburg

„Der Krieg in der Ukraine muss sofort beendet werden – ebenso die Waffenlieferungen.“ So berechtigt die Forderung nach einem sofortigen Frieden ist, als Historiker M.A. muss ich das Ende der westlichen Waffenlieferungen mit Vehemenz ablehnen. Diese sind eine Investition in unsere eigene Sicherheit. Fällt die Ukraine, fallen als nächstes Estland, Lettland und Litauen. Womit automatisch der NATO-Artikel 5, bedeutet für uns der Verteidigungsfall, in Kraft treten wird. Dann sterben wir selbst, unsere Brüder und unsere Söhne in einem viel größeren Krieg. Dessen muss sich jeder bewusst sein, der für Appeasement gegenüber Wladimir Putin eintritt. Sein klares Ziel ist die Wiederherstellung Russlands in den Grenzen der vormaligen Sowjetunion. So wie Neville Chamberlain Adolf Hitler den Weg in den Dritten Weltkrieg ebnete, so ebnen Donald Trump, Alice Weidel, Sahra Wagenknecht und andere Apologeten dem Diktator aus Moskau den Weg in den dritten. Lernen wir aus der Geschichte und wehren wir den Anfängen. Und das heißt Taurus und Leoparden für Kiew. Nur so lässt sich der Krieg auf die Ukraine begrenzen und dem russischen Imperialismus Einhalt gebieten.

Christian Schröder

Rosenheim

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