Scham gegenüber der nächstenGeneration

von Redaktion

Zur Berichterstattung über die Windkraftpläne in Mehring (Politik- und Bayernteil):

In einer Diskussionsrunde zu den Windkraftplänen im bayerischen Chemiedreieck beklagen einige Teilnehmer den möglichen Wertverlust ihrer Immobilien. Das redet sich leicht, wenn man sein Geld schon oder bald aus der Rentenkasse bezieht. Der Altöttinger Landrat Erwin Schneider hat mir aus der Seele gesprochen, als er sagte, dass er sich für seine Generation, die auch meine ist, schäme. Dafür, dass sie der Jugend die Arbeitsplätze wegnimmt. Da bleibt mir nur eines als Ergänzung: Wenn die Chemiestandorte geschlossen werden, weil nicht genügend bezahlbare Energie vorhanden ist, dann sind Eure Immobilien gar nichts mehr wert. In diesem Kontext der Energiewende ist bemerkenswert, dass Herr Farnung als ehemaliger Vorsitzender zweier deutscher Energieversorger im Gastkommentar vom 10. Februar das Märchen vom billigen Atomstrom erzählt. Das mag für seinen statistischen Lebenszeitraumhorizont vielleicht noch stimmen. Es ist aber leider nur insofern richtig, als sich die Versorger zu den Glanzzeiten der Kernenergie keine Gedanken über tatsächliche Kosten und Risiken gemacht haben. Mittlerweile sind diese vollständig auf den Steuerzahler und die kommenden Generationen übertragen; Frau Merkel und der Union sei Dank. Wir reden über zig Milliarden, vielleicht Billionen Euro, die Rückbau und Endlagerung verschlingen werden. Wäre das eingepreist gewesen, wäre Atomstrom der teuerste aller Zeiten.

Ulrich Eiwan

Amerang

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