Politische Traumwelten

von Redaktion

Zum Interview mit Wirtschaftsminister Robert Habeck „Träumt nicht von der Groko“ und der laufenden Berichterstattung über die Energiewende (Politikteil):

136 Terrawattstunden (TWh) Stromverbrauch im ersten Quartal 2024 sind zu 56 Prozent von erneuerbaren Energien gedeckt worden. Eine tolle Zahl, die aber leider absolut nichtssagend ist. Strom muss sofort verbraucht werden und somit ist eine Summenbetrachtung über ein Quartal vollkommen sinnlos.

Auf der Internet-Seite smard.de der Bundesnetzagentur kann man sich Erzeugungs- und Verbrauchsdaten ansehen. Am 19. März beispielsweise wurde zwischen 18 und 19 Uhr ein Verbrauch von 61,8 Gigawattstunden bei einer Erzeugung von 47,8 Gigawattstunden registriert, wobei nur 13,8 Gigawattstunden aus den Erneuerbaren kam. Den Rest von 14 Gigawattstunden lieferten unsere europäischen Nachbarn zu einem Preis von 131 Euro pro Megawattstunde, also insgesamt 1,8 Millionen Euro in einer Stunde. Am 23. März zwischen 15 und 16 Uhr lieferten die Erneuerbaren 53,8 Gigawattstunden und die Konventionellen steuerten noch acht Gigawattstunden bei, was dann zu einer Erzeugung von 61,8 Gigawattstunden führte, wobei nur 49,8 Gigawattstunden verbraucht wurden. Den Überschuss nahmen unsere europäischen Nachbarn ab und ließen sich das mit 12000 Euro bezahlen. Wenn Kinderbuchautoren meinen, sie verstehen was von Wirtschaft…

Thomas Kammerloher

Raubling

Wirtschaftsminister Habeck hatte vor zwei Jahren erklärt, die Atomkraftwerk-Betreiber hätten einen Weiterbetrieb der drei Atomkraftwerke (AKW) abgelehnt. Tatsächlich waren die Betreiber dieser letzten drei deutschen Atomkraftwerke für einen Weiterbetrieb dieser AKW bereit, wie diese jetzt erklärten. Nun stellt sich Habecks Begründung für die Schließung dieser Atomkraftwerke wohl als unrichtig heraus. Wollte Habeck nur den alten ideologischen Wunsch der Grünen „Atomkraft? Nein Danke!“ erfüllen? Sollte sich Habecks Begründung als unwahr herausstellen, müsste er über seinen Rücktritt als Wirtschaftsminister nachdenken.

Wilhelm Koch

Neubeuern

Die „Alles-ist-oder-wird-gut“-Sprüche des Kanzlers hat sich der Wirtschaftsminister offensichtlich zu eigen gemacht. Dass Herr Habeck nicht von einer Groko träumt, ist logisch. Denn dann könnte er seine ideologiegetriebenen Projekte nicht mehr umsetzen und würde seinen Job verlieren.

Ich bin immer wieder verwundert über die gebetsmühlenartig vorgetragene Behauptung, die Ampel-Regierung hätte schon viele große Herausforderungen gut gemeistert. Sie macht dies an gefallenen Energiepreisen und Inflationsraten fest. Wenn ich in meine Haushaltskasse schaue, stelle ich fest, dass der Strompreis gestiegen ist, das Heizöl und Kraftstoffe teurer sind (beim Gas ist es ebenso). Die Inflationsrate ist zwar wieder gesunken, das hängt aber stark vom für mich relevanten Warenkorb ab. Die Preise für Lebensmittel und sonstige Produkte des täglichen Bedarfs sind teilweise eklatant gestiegen. Gleiches gilt für die Gastronomie.

Offensichtlich leben Politiker in einer Traumwelt und kennen die Realitäten der Normalbürger nicht. Sie halten an ihren Zielen fest – koste es, was es wolle.

Selbst die über 2,6 Billionen Staatsschulden, zuzüglich zukünftiger Kosten für den Staat aufgrund von rechtlichen Zusagen (zum Beispiel für Pensionen und sogenannte „Sondervermögen“), reichen der Regierung nicht, weshalb sie unbedingt die Schuldenbremse ändern beziehungsweise aufheben will. Quo vadis Deutschland ?

Ulrich Huber

Staudach-Egerndach

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