Zur Berichterstattung über Konkurrenzfähigkeit des deutschen Fußballs im internationalen Wettbewerb (Sportteil):
In unserer Gesellschaft zeigen sich Entwicklungen, von denen die in ihr lebenden Menschen und existierenden Vereinigungen betroffen sind. Beispielsweise nehmen Egoismus, mangelnder Gemeinschaftssinn, Anpassungsunwilligkeit, verbale Aggressivität bis zur Gewaltbereitschaft sowie zunehmendes Mitbestimmungsbedürfnis zu. Da der Fußball ein wesentlicher Teil der Gesellschaft ist, stellen sich die Fragen, wie er als Gemeinschaftssport damit umgeht und welche Maßnahmen er ergreift.
Die Spieler werden meist einseitig allein im Leistungsbereich trainiert, weniger systematisch im Umgang mit anderen Spielern oder in ihrem Verhalten in der Mannschaft. Letzteres müsste in der Spielerausbildung an Bedeutung gewinnen und wieder mehr Anpassungs- und Teamfähigkeit, Fair Play, Streitkultur, Konfliktfähigkeit, Vorgesetztenakzeptanz vermittelt werden. Das bedeutet auch zusätzliche Inhalte in der Trainerausbildung. Die Einseitigkeit des Trainings zeigt sich auch darin, dass kaum die mentale Seite der Spieler umfassend berücksichtigt wird, obwohl sich Geist und Körper gegenseitig beeinflussen. Darüber hinaus fehlen Trainerpersönlichkeiten als Vorbilder.
In den Vereinen wird mitunter unprofessionell gehandelt. Beispielsweise werden relativ oft Fehlentscheidungen bei der Trainereinstellung getroffen. Man könnte spezialisierte Personalberater mit einbeziehen, um den richtigen Trainer zu finden. Bei den sich verändernden gesellschaftlichen Bedingungen in Verbindung mit einer mannschaftlichen Leistungssteigerung ist es Aufgabe des DFB, der Regional- und Landesverbände, ihre Ausbildungskonzepte zu hinterfragen, inhaltliche Lücken zu schließen und qualitativ entsprechend den gegenwärtigen Anforderungen zu erweitern, damit der deutsche Fußball wieder Weltspitze erreicht.
Günther Kirschner
Stephanskirchen