„Die AfD darf sich nun Volkspartei nennen“ – Reaktionen auf die Europawahl

von Redaktion

Zur Berichterstattung über die Europawahl (Gesamtausgabe) und zum Bericht „Wie Bayern von Europa profitiert“ (Wirtschaftsteil):

Die AfD hat es jetzt geschafft und darf sich ab nun auch Volkspartei nennen. Vielen Dank an die renommierten Parteien, egal ob nun in Regierungsverantwortung oder Opposition, sie haben das durch ihre Untätigkeit und Ignoranz gegenüber den Sorgen der Bürger ermöglicht.

Rainer Rosenberger

Mühldorf

Es hat alles nichts genützt: Die Organisation von Aufmärschen gegen Rechts, ständiges AfD-Bashing (teilweise zurecht), Aufbauschen der Sylt-Vorkommnisse usw. Bei der EU-Wahl wurde die Ampelregierung abgestraft, ganz besonders die Grünen. Eine gewisse Schadenfreude kann ich bei einem Aspekt nicht verhehlen: Speziell die Grünen drangen darauf, das Wahlalter auf 16 Jahre herunterzusetzen, im festen Glauben, dass junge Leute vor allem den „fortschrittlichen“ Grünen und Linksorientierten zuneigen. Der Schuss ging diesmal nach hinten los! Während bei der EU-Wahl 2019 noch 34 Prozent der unter 25-Jährigen die Grünen wählten, waren es heuer nur 11 Prozent! Bei der AfD stieg der Anteil erstaunlicherweise von 5 Prozent auf 16 Prozent. Die Union verbesserte sich von 12 Prozent auf 17 Prozent.

Die Auftritte von Fridays for Future und die häufigen Einladungen von Lisa Neubauer und Mitstreitern zu Talkshows täuschten wohl vor, dass alle Jugendlichen wie sie ticken. Offensichtlich sind sie nur eine lautstarke Minderheit. Eine Untersuchung ergab vor Jahren: Klimapolitik kommt gut bei Gymnasiasten an, mittelprächtig bei Realschülern und so gut wie gar nicht bei Hauptschülern.

Offenbar ist bei der Ampel der Lack ab und junge Leute sind konservativer, als man dachte. Auch diesen entgeht nicht, welch desaströse Politik gerade stattfindet.

Anni Geuge

Waldkraiburg

Die Europawahl ist abgeschlossen, ausgezählt und ausgewertet. Das Ergebnis wird auf der Deutschlandkarte eindrucksvoll dargestellt. Auf der einen Seite tief schwarz, mit einigen kleinen Ausnahmen und auf der anderen Seite einfarbig blau. Schwarz steht für die CDU/CSU, blau für die AfD.

Es bleibt festzuhalten, dass alle Diskriminierung und Ausgrenzung bei den Wählern in den ostdeutschen Ländern nicht verfangen hat. Auch die Hinweise in allen Medien, dass der Verfassungsschutz Teile der AfD als gesichert rechtsradikal einstuft, haben das Ergebnis nicht geschmälert. Die termingerechten, bisher nicht bewiesenen Skandale und Affären, blieben fast ohne Folgen. Die Ankündigung von Friedrich Merz bei seiner Wahl zum Bundesvorsitzenden der CDU, „er werde die AfD halbieren“ hat nicht funktioniert und ist krachend gescheitert.

Der Wähler im Osten ist nicht dumm und augenscheinlich der Meinung, dass man sich mit dem politischen Mitbewerber anders auseinandersetzen muss und hat dies mit der Abstimmung zum Ausdruck gebracht. Anhänger der AfD sind schlechter gebildet und verdienen weniger, sind Argumente, die zu hören sind, manche sagen „Dumpfbacken“. Solche Sätze merken sich die Wähler. Auch die besondere Wortwahl beim Thema AfD und die Diskriminierung in den Medien, hier besonders der öffentlich-rechtliche Rundfunk, haben dieses Bild weiter verfestigt. Der mündige, unvoreingenommene Bürger, besonders in den östlichen Bundesländern, darf gespannt im kommenden Herbst auf die Landtagswahlen im Osten schauen.

Franz Smeets

Feldkirchen

Wie immer nach Wahlen der vergangenen Jahre ist von den Anhängern der Altparteien Schnappatmung zu hören, weil die sogenannten Rechten zu stark geworden sind, obwohl man ihnen doch so viele Skandale ans Bein gebunden hat. Warum? Ganz einfach, weil einige Leute protestieren. Nicht auf der Straße, aber auf dem Wahlzettel. Gegen Kriegsbeteiligung, gegen überbordende EU-Ausgaben, gegen Masseneinwanderung und gegen Welt- und Klimarettung. Erst wenn die eigenen Leute satt und zufrieden sind, kann und will man anderen helfen.

Franz Oberberger

Frasdorf

Ist eigentlich eine umfassende Berichterstattung nicht gewollt? Wird nur schlampig gearbeitet und recherchiert? Könnte gar eine korrekte Darstellung der Fakten die Bevölkerung verunsichern? Oder handelt es sich hier schlicht um Wahlwerbung? Diese Fragen beschäftigten mich nach dem Lesen des Zeitungsartikels „Wie Bayern von Europa profitiert“. Gleich zu Beginn heißt es „Deutschland überweist viel Geld nach Brüssel“. Wie viel dies „netto“ aber ist, wird geflissentlich verschwiegen. Es werden einzelne Fördermaßnahmen und Förderbeträge für diverse bayerische Einrichtungen und Betriebe vorgestellt. Eine Gegenüberstellung, welche Summen Bayern (oder Deutschland) und seine Bürger an die EU zahlen, sucht man vergebens. Tatsache ist, dass Deutschland der größte Nettozahler der EU ist. Beispielsweise hat Deutschland im Jahr 2022 gut 19,7 Milliarden Euro mehr in den EU-Haushalt eingezahlt als aus den EU-Töpfen bekommen. Bereits der zweitplatzierte Nettozahler Frankreich zahlte netto nur noch rund 10 Milliarden Euro. Hauptsächlich fließen die EU-Gelder in den Agrarsektor und die Kohäsionspolitik, wobei Polen mit 11,9 Milliarden Euro, Rumänien mit 5,5 Milliarden Euro und Ungarn mit 4,4 Milliarden Euro am meisten profitieren (Quelle: Dr. Busch, Dr. Kauder, Dr. Sultan, Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft, IW-Report 48/2023). Über die Sinnhaftigkeit dieser Umverteilung erlaube ich mir keine Bewertung, fühle mich aber von den Medien und der Politik nicht ausreichend informiert, was möglicherweise aber so gewollt ist.

Claus Clemenz

Ampfing

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