Ampel abgestraft, Eigentor geschossen

von Redaktion

Zur Berichterstattung über die Europawahl (Politikteil):

„Eltern wählen für ihre Kinder.“ So sollte es eigentlich sein, damit Kinder eine lebenswerte Zukunft haben. Im Umkehrschluss heißt das Wahlergebnis für mich, dass vielen Menschen die eigenen Kinder völlig egal sind. Stattdessen überwiegt die Freude, die Ampel ordentlich abgewatscht zu haben. Weil die Ampel Politik nicht im stillen Kämmerlein, sondern öffentlich macht. Und das wollen wir gar nicht. Brot und Spiele, Rente mit 63, und ansonsten unsere Ruhe. Das Ergebnis erinnert mich an die SPD-geführte Regierung unter Kanzler Schröder, die in dessen zweiter Amtszeit Hartz IV einführte. Bei der nächsten Wahl, natürlich, abgestraft. Rückblickend sollte jeder feststellen können, dass Hartz IV unserem Land einen lang anhaltenden Wirtschaftsaufschwung beschert hat, den nicht mal die Bankenkrise (Merkelzeit) so richtig aus dem Tritt bringen konnte.

Daraus lässt sich für Politiker eigentlich nur folgern, dass eine langfristige Planung/Vision vom Wähler nicht honoriert wird. Lieber heute einen vollen Magen, als morgen eine bessere Zukunft für unsere Kinder. Wie es in den Schulen aussieht, wie die Perspektiven der jungen Erwachsenen ausschauen, interessiert nicht. Ein marodes Bildungssystem und bezahlbare Wohnungen sind vielen, die durch die Schule schon lange durch sind und die schon eine Wohnung haben, anscheinend egal. Hauptsache, wir haben der Ampel mal gezeigt, wo der Hammer hängt. Unser nächster Bundeskanzler wird ein Blackrock-Millionär, der zu Merkels Zeiten zu feige war, für seine politischen Überzeugungen Rückgrat zu zeigen, sondern lieber ein mehrjähriges Sabbatical genommen hat und erst wieder aus der Versenkung aufgetaucht ist, als Merkel sich verabschiedet hat.

Ulrich Eiwan

Amerang

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