Zur laufenden Berichterstattung über die Fußball-Europameisterschaft (Sportteil):
Es war ein guter Schachzug, Günter Klein mit der zentralen Berichterstattung über die EURO 2024 zu betrauen. Seine fachlich kompetenten und sprachlich immer korrekten Artikel und Glossen sind wohltuend zu lesen. Da stimmen der Satzbau, die Bilder und die Rechtschreibung/Zeichensetzung. Günter Klein macht Qualitäts-Sportjournalismus der alten Schule, ohne gegenüber neuen Entwicklungen blind zu sein.
Sicher ist es ihm schwergefallen, in seinem Bericht „Der ‚Explosionsmoment‘ nach ersten Zweifeln“ das Nagelsmann-Zitat „Wir haben ein hohes Risiko genommen“ übernehmen zu müssen, denn die Übersetzung von „to take a risk“ ins Deutsche mit „ein Risiko nehmen“ ist das, was heute in der Mediensprache so typisch ist: Entweder man verwendet englische Wörter oder überträgt blind Wörter aus dem Englischen, anstatt die korrekte deutsche Formulierung zu nutzen.
Beispiel: „Mbappé ist schwer zu verteidigen“, was man bei Spielreportagen ständig hört (korrekt wäre: Mbappé ist schwer zu stoppen/bremsen). Bei so einem Satz frage ich mich, gegen wen oder was man den armen Mann denn zu verteidigen hat.
Manfred Altmann
Rosenheim