Wie Religiondie Welt vergiftet

von Redaktion

Zum Bericht „Brauchen wir noch das C und das S in unserem Namen?“ (Regionalteil):

„Ein Wertekompass braucht christliche und soziale Komponenten“ – Was für überhebliche und großspurige Worte von Staatsministerin Michaela Kaniber. Auch Ministerpräsident Söder gibt ähnliche Sätze von sich. Was für Werte können die Christen vorweisen?

Die Zehn Gebote schrieben sie von den Juden ab. Der Nächstenliebe, die sich nur auf den Menschen bezieht, steht die Achtsamkeit des 2500 Jahre alten Buddhismus gegenüber, der auch die Flora und Fauna einbezieht. Kennen die beiden die kriminelle Vergangenheit der Christen bis in unsere Tage? Oder denken Kaniber und Söder, wir sind alle etwas beschränkt?

Religionsforscher arbeiteten sie aus. Von der heidnischen und antisemitischen Vorgeschichte des Christentums bis über Kreuzzüge, Inquisition, Hexenjagd, völkermörderische Eroberung in Südamerika, amerikanischer Holocaust an der indigenen Bevölkerung im Norden, Antisemitismus bis ins 20. Jahrhundert. Foltern, Pfählen, Köpfen, Verbrennen und Beten. Erst im 19. Jahrhundert befasste sich der Jude, Philosoph und Atheist Karl Marx mit der Ungleichbehandlung zwischen Arm und Reich durch den Adel und Klerus. Auch der Adel und der Klerus sollen keine Sonderrechte und Privilegien mehr für sich in Anspruch nehmen dürfen. Uneheliche Kinder wurden geächtet. Sie wurden als Bastard oder Hurenkind beschimpft. Bastard, Bankert, Niemandskind — so spricht das Volk; fleischgewordene Sünde — so die katholische Kirche. Heutzutage regen sie sich über Abtreibung auf. Was für ein Spektakel.

Der Journalist, Literatur- und Kulturkritiker Christopher Hitchens schrieb darüber, wie Religion die Welt vergiftet. Dass es trotz Jahrtausende währender Geschichte größter christlicher Verbrechen noch immer Mitglieder einer Kirche gibt, ist mir ein Rätsel.

Gudrun Baumann-Sturm

Raubling

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