Zu den Berichten über Zugausfälle auf der Strecke Prien – Aschau (Regionalteil):
Die Infrastruktur des Bahnsystems ist seit 1994 im stetigen Untergang. Nur Presse und Öffentlichkeit denken immer noch an Bundesbahn-Zeiten. Zur Berichterstattung über den Schaden an der Bahntrasse nach Aschau kann man als Insider nur den Kopf schütteln. Es gibt einen Anlagenbeauftragten für die Fahrbahn (Gleise und Unterbau) für diesen Bereich. Zudem gibt es für Südbayern ein Notfallmanagement. Weder DB Regio noch Pressesprecher oder der „Bahnchef“ in München beziehungsweise Berlin sind die richtigen Ansprechpartner. Es gibt seit 40 Jahren keine Bahnmeisterei Prien mehr. Sämtliche Arbeiten am Gleiskörper sind durch bestellte Drittfirmen auszuführen.
Auch die Berichterstattung über den Ausfall des Funknetzes im Bereich Frankfurt war gegenüber den letzten Technikern der Bahnfachfirmen unfair. Es gibt mehrere Rückfallebenen bei GSM-R-Ausfällen. Nur müssten dann Beimannplätze in den Steuerzentralen und Notbedienplätze in ferngesteuerten Stellwerken besetzt werden. Diese Mitarbeiter gibt es samstags und nachts nicht mehr. Das „System Bahn“ wird noch schlechter. Es fehlen Fachkräfte in allen Bereichen. Aktuell brauchen junge, frisch Ausgebildete, Jahre, um im technischen Bahnbereich arbeiten zu dürfen. Dann erwarten sie Nacht-, Wechsel- und Bereitschaftsdienste in ganz Bayern bei schlechter Bezahlung.
Walter Fleps
Großkarolinenfeld