Wieder Kernkraftwerke? Nein, Danke!

von Redaktion

Zum Bericht „Union: Zurück zur Kernenergie“ (Titelseite):

Liebe Union, ihr lasst zuverlässig keine Gelegenheit aus, um die Nutzung der Kernkraft als Heilsbringerin unserer Energieprobleme immer wieder ins Spiel zu bringen, damit sich der Gedanke in uns festsetzt. Ständig wiederholt wird der Verweis auf das „ideologische“ Abschalten der letzten drei Atomkraftwerke und das Anpreisen der Kraftwerksgenerationen vier und fünf, mit denen bald alles gut werden soll. Klein, modular, kaum Müll und wenn doch, dann nur mit kurzen Halbwertszeiten. Schön wär’s, aber das haut nicht hin. Bei der Nutzung der Kernenergie kommt es auf eine sich selbsterhaltende Kettenreaktion an. Die Anforderungen daran erfüllen nur wenige Stoffe: Uran-235, Plutonium-239, Uran-233 und das abfalltechnisch schwierige Plutonium-241. Auf diese Vier ist die Kraftwerkstechnik angewiesen. Außer Uran-235 müssen die genannten Stoffe künstlich durch Erbrüten in einem Reaktor erzeugt werden, so kann aus Thorium-232 Uran-233 entstehen. Auf dem Weg dorthin entstehen aber extrem starke Gammastrahler. Somit sind die Anforderungen an den Strahlenschutz der Anlagen und an den Müll immens. Ein solcher Thorium-Flüssigsalz-Brutreaktor ist ein Beispiel der vierten Generation. Ein kommerzieller Einsatz ist erst in einigen Jahrzehnten realistisch. Die Stanford Universität hat untersucht, ob eine kleinere Bauart der Reaktoren auch zu weniger Müll führt. Das Ergebnis: Die einzelnen Reaktoren liefern weniger Atommüll, bezogen auf die produzierte Energie steigt die Menge aber um ein Vielfaches. Liebe Union, sicherlich wisst ihr all das auch selbst. Warum erklärt ihr es nicht auch uns Bürgern? Ist doch eigentlich euer Ding, nicht meins! Oder passt es dann nicht mehr in eure Strategie der scheinbar zeitnahen einfachen Lösungen?

Dieter Fuchs

Bad Aibling

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