Otfried Preußler war ein warmherziger Mensch

von Redaktion

Zum Bericht „Preußler-Tochter zieht Schlussstrich“ (Regionalteil):

Ich beglückwünsche Frau Dr. Susanne Preußler-Bitsch zu ihrem Schlussstrich mit dem Gymnasium Pullach. Wenn eine Schule, statt sich um ihren Bildungsauftrag zu kümmern, eine „Arbeitsgruppe zur Aufarbeitung der Vergangenheit“ installiert, und falsche Behauptungen in die Welt setzt, bleibt einem nichts anderes übrig. Entsetzlich, welches Grundverständnis über die Entwicklung junger Menschen dort fehlt – noch dazu als „Lehrer“.

Die Jugend hat das Recht ihrem Herzen zu folgen, auch wenn das manchmal der falsche Weg ist. Theodor Fontane hat das schön gesagt: „Wer mit 19 kein Revolutionär ist, hat kein Herz. Wer mit 40 immer noch Revolutionär ist, hat keinen Verstand“.

Günther Grass war in der Waffen-SS, und Elisabeth Block, die von den Nazis ermordete Rosenheimerin, war voller Enthusiasmus über einen Nürnberger Parteitag der NSDAP. Jugendliche Begeisterung ist das eine, das andere war, man musste in die HJ, sonst wurde man ausgegrenzt. Also, dieses Thema sollte man realistisch sehen. Man hat trotzdem noch das Recht, seine Meinung zu ändern.

Ich hatte Otfried Preußler als Lehrer, und eine menschliche Größe, wie er es war, muss man suchen. Die Liebe zum Menschen, die er in seine Bücher gelegt hat, erlebten wir auch bei ihm in der Schule. Er war nicht der nüchterne, vom Lehrplan getriebene Lehrer, sondern ein warmherziger Mensch, bei dem man gern gelernt hat.

So ein perfekter Lehrer hat es nicht verdient, seinen Namen für eine Schule herzugeben, die, statt sich um ihren Bildungsauftrag zu kümmern, nur politischen Opportunismus betreibt.

Dave Corwin

Kolbermoor

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