Zerschlagung der Bahn – was macht das besser?

von Redaktion

Zum Bericht „Bei der Bahn brennt es lichterloh“ (Seite 3):

Gemeinnutz geht vor Eigennutz, und das sollte allen klar sein, die wiederum die so absolut notwendige Zerschlagung der Bahn fordern. Argumente, warum danach die Bahn leistungsfähiger werden sollte, nennen diese Damen und Herren nicht. Diese sogenannten Verkehrsexperten, die meinen, dass das einwandfreie Lesen eines Fahrplans sie zu Bahnspezialisten macht, müssten erstmal in diesem Betrieb arbeiten, um mitreden zu können. Es wird aber so getan, als ob sie Ahnung hätten und viel hören auf diese neoliberalen Fantasien. Seit der Bahnreform 1994 wurden hunderttausende versicherungspflichtige Arbeitsplätze abgebaut. Gut funktionierende lukrative Betriebsteile der Bahn wurden vernichtet oder anderen Firmen zugeschustert. Eine ehemals gut funktionierende Bahn wurde, auch mithilfe der Bundesverkehrsminister aus Bayern, geradezu zerstört. Nun ist die Bahn die Lachnummer der Republik. Kein Mensch von diesen Experten redet über die Mitarbeiter, die Jahr für Jahr ihren Dienst rund um die Uhr tun und nur gescholten werden. Keiner dieser Verkehrsspezialisten denkt an die Menschen der Bahn, die immer wieder, und dies seit Jahrzehnten, Angst um ihren Arbeitsplatz haben. Das beste Beispiel ist DB Cargo, die Güterverkehrssparte der Bahn. 1998 mit etwa 50000 Mitarbeitern gestartet, ist der Mitarbeiterstand auf rund 17000 Personen geschrumpft worden. Und der Abbau geht weiter. Warum? Es gibt mittlerweile Stand 2023, durch die Bundesnetzagentur ermittelt, allein 237 Güterbahnen in Deutschland, die DB Cargo Konkurrenz machen. Und dies überwiegend im Ganzzugverkehr. Wer hier von mehr Wettbewerb redet, redet Schachsinn.

Alfred Plöderl

Mühldorf

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