Zum Artikel „Staatsbesuch trotz Haftbefehls“ (Politikteil):
Trotz gelegentlich leiser Zweifel war ich mir bisher sicher, in Deutschland in einem Rechtsstaat zu leben. Dank Grenzkontrollen und Schleierfahndung gelingt es angeblich immer besser, (potenzielle) Straftäter fernzuhalten oder bei der Einreise festzunehmen.
Jetzt frage ich mich, was ich als Bürger tun und wie ich dazu beitragen kann, dass ein mit internationalem Haftbefehl gesuchter Benjamin Netanjahu in diesem Rechtsstaat festgenommen und dem Gericht zugeführt wird.
Oder gilt mit Bezug auf die Menschenrechte für Palästinenser, zu deren Verletzung wir als Waffenlieferanten und damit Komplizen in der Zerstörung und Vernichtung ohnehin beitragen, der alte Slogan: Legal, illegal, scheißegal? Dann können wir beim Anstimmen der Nationalhymne beim Staatsbesuch nur noch lauthals mitsingen: Einigkeit, und Recht (aber nicht für alle gleich) und Freiheit (für gesuchte Kriegsverbrecher).
Rudolf Gumberger
Rosenheim