Unwahrheiten, Chancen und Herausforderungen

von Redaktion

Zur Berichterstattung über die Bundestagswahl (Politikteil):

Im Wahlkampf haben die Parteien rechts von der Mitte, CDU, CSU, über FDP bis AfD aggressiv den Weiterbetrieb und Neubau von AKW für „billigen“ Atomstrom gefordert. Im OVB (unverdächtig) las ich – nicht von den Grünen, sondern von AKW-Betreibern und Experten: „Niemand aus der Energiewirtschaft wird Isar II wieder anschließen.“ EnBW sagte: „Ein Blick ins Ausland zeigt, das AKW keine wirtschaftlich sinnvolle Lösung ist.“ Das neue AKW in Großbritannien kostet 54 Milliarden Euro und kommt sechs Jahre zu spät. „Für dieses Geld könnte man 80 wasserstofffähige Gaskraftwerke bauen.“ In Frankreich kommt das neue AKW zwölf Jahre später, und der Atomstromkonzern hat 65 Milliarden Euro Schulden. Seit 2006 haben sich AKW-Kosten versiebenfacht (nicht verdoppelt). Für realistische Aussichten der sicheren 10000-jährigen Aufbewahrung von hoch radioaktivem Abfall interessiert sich Merz nicht. Informieren sich Merz und Söder aus Telegramm und TikTok – aus Parallelwelten? Politiker sind oft Juristen oder Finanzspekulanten, und diese haben von Naturwissenschaft und Technik, der Basis des modernen Lebens, nicht die erforderlichen Kenntnisse. Ist das der Grund, oder haben sie bewusst die Unwahrheit gesagt? Dazu gehören immer zwei. Der, der die Unwahrheit sagt und Bürger, die sie glauben. Werden bald weitere Wahlthemen als Unwahrheit erkannt, etwa Schuldenbremse – das war schon die erste Merz-Unwahrheit. Was folgt? Taurus? Die AfD-Brandmauer?

Martin Cretnik

Prien

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