Zum Bericht „Ich kann nicht mehr“ im Regionalteil:
Sozialpädagoge Bartlechner erklärt uns, wie Vorschriften und was nicht alles den armen Landwirt in Schlaflosigkeit und Depression treiben. Landwirtschaft ist sicher fordernd. Man kann aber nach Ausreden suchen, wie man will, es gibt keine Entschuldigung dafür, seine Tiere langsam und elend sterben zu lassen. Man kann alles vernachlässigen, nur nicht die Tiere, die auf des Bauern Fürsorge angewiesen sind.
Da wird mögliche Hilfe aus falschem Stolz abgelehnt, lieber lässt man das Vieh verrecken und verscharrt es dann im Mist. Erstaunlicherweise reicht dafür die Energie doch noch aus. Man kann nicht alle Bauern über einen Kamm scheren. Aber das Wegschauen und „nicht Einmischen“ ist unerträglich und nichts anderes als unterlassene Hilfeleistung. Was ans Licht kommt, sind ja nur die Extremfälle, die sich nicht mehr vertuschen lassen. Unwahrscheinlich, dass niemand was gemerkt haben will. Auch auf einen abgelegenen Hof kommen Post und Molkerei. Die Tiere fallen ja nicht von heute auf morgen tot um. Sie schreien, bis sie auch dafür zu schwach sind. Da wegzuhören, ist eine unsägliche Empathielosigkeit – unfassbar, wie man so herzlos sein kann, Überforderung hin oder Depression her. Der Bauernstand beklagt fehlende Wertschätzung. Wo soll die denn herkommen bei diesen Zuständen? Da müssen die Bauern schon selbst an ihrem Ansehen arbeiten. Angeblich soll ihnen ja das Wohl ihrer Tiere so wichtig sein.
Vor Jahren hat mir ein Bauer erzählt, dass eine kranke Kuh in seinem Stall vor Schwäche nicht mehr stehen konnte, umgefallen ist und sich (Anbindehaltung) selbst erdrosselt hat. Nicht einmal für ein so krankes Tier konnte man ein Plätzchen zum Hinlegen schaffen. Auf mein Entsetzen und Mitleid hin, kam nur: „Und des Geld!“ Noch Fragen?
Evelyn Rickauer
Bernau