Lauter Ruf nach einer nachhaltigen Mobilität

von Redaktion

Zum Bericht „Zweiter Tunnel immer teurer“, Lokalteil:

Dass der zweite Tunnel für die Münchner S-Bahn-Stammstrecke immer teurer wird, überrascht eigentlich niemanden mehr. Mittlerweile rechnet man mit einer Verdreifachung der ursprünglich kalkulierten Kosten auf rund elf Milliarden Euro – ein Ende ist weder zeitlich noch finanziell absehbar. Damit reiht sich dieses Projekt nahtlos in die lange Liste aus dem Ruder gelaufener Bauvorhaben der Bahn ein.

Statt weiterhin in kaum kontrollierbare Prestigeprojekte zu investieren, braucht es bei Bahnvorhaben eine klare Prioritätensetzung. Es geht um Steuergelder, um Sinnhaftigkeit und um Umsetzbarkeit. Beim Brenner-Nordzulauf liegt dazu ein fundiertes Alternativkonzept des Brennerdialog Rosenheimer Land e.V. auf dem Tisch: Bestandsertüchtigung und Digitalisierung vor unkalkulierbaren Neubauprojekten, Regionalverkehr vor Fernverkehr, Sicherheit vor Bahnaktionismus!

Unser Konzept kostet nur einen Bruchteil des bisher geplanten Projekts und verursacht deutlich geringere Eingriffe in Umwelt und Wohngebiete. Wir wollen Natur und Menschen schützen, Kosten senken und gleichzeitig die verkehrlichen Herausforderungen lösen – mit Augenmaß, Verträglichkeit und durchdachten Lösungen.

Ich fordere, dass die knappen öffentlichen Mittel gezielt und sinnvoll dort eingesetzt werden, wo sie echten Mehrwert bringen: für Menschen, Umwelt und eine nachhaltige Mobilität. Eine Politik nach dem Motto „Koste es, was es wolle – ist ja nicht mein Geld“ ist unverantwortlich und abzulehnen.

Maria Haimmerer

Rohrdorf

Ich möchte mich bei Herrn Fischbacher bedanken, mir war tatsächlich nicht klar, dass SPD, Grüne und die anderen Parteien allesamt gegen den Brenner- Nordzulauf im Bundestag stimmen werden. Dass ihn tatsächlich nur die CSU unterstützt.

Und wenn man diese dann einfach nicht mehr wählt beziehungsweise die Mitgliedschaft kündigt, hat sich das Problem erledigt. So meint er das doch, oder? Mir ist natürlich schon klar, dass Herr Fischbacher mit seinem Bürgerblock jetzt endlich mal in den Kommunalwahlkampf einsteigen möchte, hat man doch die letzten fünf Jahre so gut wie nichts gehört von dieser Vereinigung. Da wird es jetzt höchste „Eisenbahn“, dass man ein wenig polemisiert. Selbstverständlich ist der Brenner-Nordzulauf durch unseren Landkreis für ziemlich alle hier lebenden Bürger nicht tragbar. Das wurde auch schon hundertmal ausführlich erläutert. Aber glauben Sie wirklich, das interessiert irgendjemanden oberhalb von Grafing bis zur Nordseeküste?

Sämtliche Bundestagsabgeordnete aller Parteien außerhalb unseres Landkreises werden für diesen Nordzulauf stimmen. Vielleicht ist diese Aussage jetzt auch nicht ganz richtig, aber auf jeden Fall birgt sie wesentlich mehr Wahrheitsgehalt, als Fischbachers absurde Behauptungen.

Bernhard Kaiser

Rohrdorf

Herr Fischbacher wird wahrscheinlich recht behalten, aber er sollte auch kundtun, wer SPD wählt oder die Grünen oder andere Gruppierungen, wird eine Brenner-Zulaufstrecke erhalten. Der größte Teil der Entscheidungsträger aus allen Parteien, überregional, wird sich für eine Zulaufstrecke entscheiden.

Dass regionale Vertreter bei Großprojekten immer unter einem anderen Druck stehen, fast immer den ablehnenden Argumenten zugetan sind, hat sich in der Vergangenheit bundesweit oftmals gezeigt. Der Verweis auf die drei CSU-Verkehrsminister und die Zerstörung der Natur ist etwas diffus. Interessant wäre es zu wissen, wie die Meinung von Herrn Fischbacher ist, wenn es zu den ersten Planungen gekommen wäre, als man sich Ende der 1970er-Jahre, mit dem Brenner-Tunnel und dem Zulauf befasst hatte. In diesen Planvorlagen war eine Streckenführung durch den westlichen Landkreis vorgesehen, nach Brannenburg an Raubling vorbei über die A8, weiter vorbei an Bad Aibling, danach wieder auf die bestehende Streckenführung. Dieses Bauprojekt sollte man wissen, ist kein CSU-Vorhaben, sondern ein europaweites Beförderungsprojekt, mit dem sich Politiker aller bisher vertretenen Parteien beschäftigt haben.

Thomas Schwitteck

Neubeuern

Artikel 5 von 7