Zum Leserbrief von Martin Riedl und den Beitrag „Lieber kein Deal als ein schlechter“, Politikteil:
Laut Herrn Riedl hat Russland nie den Westen attackiert, Europa aber Russland in den vergangenen 200 Jahren dreimal. Dreimal? 1812 überfiel Napoleon Russland, 1941 Hitler. Hitler mit Europa gleichzusetzen, ist sehr gewagt, denn Hitler steht nicht für Europa, das er ganz im Gegenteil bedrohte (wie auch Napoleon), siehe seine Angriffe auf Polen, Frankreich oder Großbritannien.
Zudem attackierte Hitler die Sowjetunion und damit nicht nur Russland, sondern auch die Ukraine. Mit dem dritten Angriff meint Herr Riedl wohl ernsthaft den „vom Westen provozierten Krieg gegen die von der NATO unterstützte Ukraine“, den Russland „am Hals hat“, also leider gegen seinen Willen führen muss. Die Annexion der Krim und des Donbass 2014 gehört da sicher dazu, von anderen Kriegen, die Russland in Syrien, Tschetschenien, Abchasien, Südossetien „aufgebürdet“ wurden, gar nicht zu reden.
Wer hier Russland als Opfer darstellt, behauptet dann auch, dass ab 5.45 Uhr zurückgeschossen wurde. Die Geschichtskenntnisse von Herrn Riedl scheinen ohnehin eher rudimentär zu sein, denn es gab Angriffe Russlands auf europäische Gebiete. Erinnert sei an den Großen Nordischen Krieg 1700–1721, als Zar Peter der Große die europäische Großmacht Schweden angriff, um sich die Vorherrschaft im Ostseeraum zu sichern. Apropos Hitler: 1939/40 annektierte die Sowjetunion, wie im Hitler-Stalin-Pakt 1939 abgemacht, den Ostteil Polens, das Baltikum, die Nordbukowina, Bessarabien und griff im „Winterkrieg“ Finnland an. Putin will an das Zarentum und die Sowjetunion anknüpfen. Wer sollte also vor wem Angst haben?
Bernhard Schmidt
Prutting
„Krieg und/oder Frieden“ – … das bedeutet weiter Krieg, möglicherweise ein „dreißigjähriger“? Lieber Diktatfrieden als ewiger Diktatkrieg. Wer glaubt, Russland könnte besiegt werden, ohne seinerseits Atomwaffen einzusetzen, ist uninformiert. Präsident Selenskyj will ja letztlich, dass deutsche Soldaten nach Donezk marschieren.
Er hat kaum noch Soldaten und zu wenig Waffen und wir auch zu wenig. Zwei wurden neuerdings für Kriegsverbrechen verurteilt, Putin und Netanyahu.
Die EU muss unbedingt nach dem Krieg versuchen, Putin habhaft zu werden und ihn lebenslang einsperren. Kriegsverbrecher gab es in der Geschichte viele, trotzdem hat man immer einen Frieden gefunden.
Die Ukraine ist für uns in Bezug auf Geld und Waffen ein Fass ohne Boden! An einem kleinen Beispiel aus Aschau am Inn sieht man, was abgeht: Die Fabrik dort produziere laut OVB normal 70000 Artilleriegeschosse (40 Kilometer Reichweite) im Jahr, heute 1,1 Millionen, aber noch zu wenig! Wir benötigen unbedingt den Frieden, schon aus militärstrategischen Gründen, um Zeit für unsere Aufrüstung zu gewinnen und auch gleichzeitig die Ukraine aufzurüsten und dort Waffenfabriken zu bauen, damit sie sich mit Hightech selbst verteidigen können.
Dann wird der Russe nicht mehr eingreifen. Jetzt haben Ukraine und EU keine Chance. Auf den US-Atomschirm können wir uns nicht mehr verlassen. Warum verstehen diese Kommentatoren das nicht und verwirren die Leser durch gänzlich unrealistische Forderungen?
Soll Deutschland sich auf Kosten unserer Kinder unendlich verschulden, um den unendlichen Ukraine-Krieg weiterzuführen? Soll Deutschland durch Taurus-Lieferung zur direkten Kriegspartei werden, um das Risiko eines Vergeltungsschlags mit taktischen Atomwaffen einzugehen?
Martin Cretnik
Prien