Zum Artikel „Pro Tag fünf Messerdelikte“ (Titelseite):
Es gibt sie immer noch, die guten Nachrichten: Im vergangenen Jahr wurden in Bayern „nurmehr“ 1813 Messerattacken kriminalstatistisch erfasst. Schon eine sehr beachtliche Zahl an kriminellen Übergriffen möchte man meinen. Trotzdem kommt der zuständige bayerische Innenminister zum Schluss: „In Bayern leben, heißt sicher leben!“
Ja, so fasst Joachim Herrmann die jüngsten Erkenntnisse aus der polizeilichen Kriminalstatistik zusammen. Es ist halt alles relativ. Auch in Bayern. Umgerechnet auf 100000 Einwohner sind das „nur“ fünf Messerdelikte pro Tag. Zusammen mit Rheinland-Pfalz bildet Bayern damit das Schlusslicht in einer Kriminalstatistik, die es vor wenigen Jahren für dieses ganz spezielle Delikt sicher noch gar nicht gab.
Ganz vorne liegt – wen wundert’s – Berlin. Hier gibt es jährlich fast 34000 Männer, Frauen, Jugendliche, also täglich 93 (!) Personen, die mit Messern bedroht oder angegriffen wurden. Das ist schon sehr beachtlich. So dürfte unsere Bundeshauptstadt inzwischen schon längst den Vergleich mit Chicago oder der Bronx in New York in den 1920er-Jahren nicht mehr scheuen.
Die Kriminalstatistik hierzulande sagt leider nichts über die genauere Identität der Täter beziehungsweise Täterinnen aus. Man darf jedoch annehmen, dass die wenigsten Vornamen wie Fritz, Stefan, Uwe oder Maria tragen.
Karl Kögl
Schliersee