Zum Bericht „Flugzeug made in Germany“ (Wirtschaftsteil):
DO328, ein 80er/90er-Timer wird durch Deutsche Aircraft zur Innovation aus Deutschland, behauptet manche Postille. Die Basis ist ein Design, das angeblich den Markt mit rund 650 bis 700 Exemplaren bereichern sollte. Es wurden knapp 300. Zu klein, zu langsam für den allgemeinen Bedarf. Nicht gerade der Renner, obendrein geplagt von Entwurfs- und Erprobungsproblemen bezüglich Leistung, Flugverhalten – gerade bezüglich kurzer Pisten bei Seitenwind und vieles mehr.
Die angeblichen „Neubauten“ nutzten abgelegte Maschinen und führten sie anderen Kunden zu, zum Beispiel einer Sondertruppe der amerikanischen Streitkräfte für Einsätze, wozu die Heckladetür für Fallschirmsprünge ertüchtigt wurde.
Die technische Urbelegschaft von Dornier (der Autor gehörte dazu) empfahl schon früh eine Jet-Maschine (1989/90), allerdings mit Getriebefan und sinnvollen Pfeilflügeln. Streitigkeiten der Familie Dornier im Missklang mit Daimler und Fairchild und anderen zerlegten per Missmanagement eine tatsächliche Innovation in Form der 728Jet. Sie würde heute Airbus A-220 (made in Germany) heißen. Übrig blieb, mit erneuerten Cockpitinstrumenten, einem in rund 25 Jahren verbesserten Triebwerk (drei Prozent Kraftstoffreduktion und wartungsfreundlicher) ein neuer Anstrich mit dem Zusatz „eco“. Die angestrebte SAF-Verwendung (synthetischer Kraftstoff) ist keine flugrelevante Änderung und wird – wenn überhaupt – erst in 25 bis 30 Jahren verfügbar, vorausgesetzt die Kernkraft wird intensiv ausgebaut. Deutsche Aircraft Publications werden Embraer und die Airbus A-220 lachen machen, auch wenn Bauhaus Luftfahrt momentan und das OVB „happy“ sind. Mal sehen, ob es die 300 328 um 20 Prozent eco verlängert.
Dr. Stephan Maria Hitzel
Raubling