Wirklich Probleme mit E-Autos?

von Redaktion

Zum Leserbrief „Probleme mit E-Autos“ (Leserbriefseite):

Die Autorin des Leserbriefes nennt ihre Gründe gegen E-Autos. Diese sind leider nur zu einem kleinen Teil beziehungsweise gar nicht zutreffend. Ja, es gibt nur wenige günstige E-Autos. Das ist aber bei jeder „neuen“ Technologie so, dass sie zuerst recht teuer ist. Mittlerweile gibt es jedoch schon einige günstige Modelle. Die Gefahr im Straßenverkehr kann ich nicht nachvollziehen. Ab rund 15 km/h überwiegen Abroll- und später Windgeräusche. E-Autos sind dann genauso laut wie Verbrenner. Zusätzlich müssen die E-Autos bei niedrigen Geschwindigkeiten einen Warnton abgeben, im Gegensatz zu Hybriden. Von daher sind auf den Parkplätzen, beim Anfahren eher Hybride und gut gedämmte Verbrenner gefährlich. Ihre Geschichte mit dem Reh hat aber auf keinen Fall etwas mit „leisen“ E-Autos zu tun.

Wo der Strom herkommen soll? Man muss ihn produzieren. Die Erhöhung des Bedarfs erstreckt sich über Jahrzehnte, da sollte der Ausbau der Stromproduktion kein Hindernis sein. Wohin mit dem Akku-Schrott? Recyceln. Die Akkus können fast vollständig recycelt werden, die entsprechenden Anlagen sind im Aufbau. Was wäre denn Ihre Alternative? Wasserstoff? Da benötigt man drei- bis viermal so viel Strom, um den Wasserstoff herzustellen und in Vortrieb zu verwandeln. Über den Preis muss man dann gar nicht mehr nachdenken (Stichwort: Champagner der Energiewende).

Das größte Problem bei den E-Autos sind nicht die Anzahl der Ladestationen, sondern das Chaos bei den Ladekarten und die astronomischen Preise, die teilweise für den Strom verlangt werden. Und, dass man überall sinnlos Schnelllader aufstellt, statt bedarfsgerechte Ladeinfrastruktur aufzubauen (Langsamlader an P&R-Plätzen, normale AC-Lader an Kino, Sportstadion, Schwimmbad und so weiter).

Knut Schaaf

Mühldorf

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