Zu den Berichten über die Zukunft der Bundeswehr (Politikteil):
Die Botschaft hör ich, allerdings will ich sie nicht glauben. Oberst André Wüstner, Vorsitzender des Bundeswehrverbandes, sowie altgediente Militärs und zahlreiche ihm gewogene Rüstungs-Lobbyisten, betätigen sich neuerdings – natürlich mit Zustimmung des SPD-Wehrministers Boris Pistorius – als „Orakel von Berlin“. Das Orakel deutet geheimnisvoll an, dass NATO-Mitglied Deutschland mehr Soldaten brauche, um „verteidigungsfähig“ zu sein, und dass die Bundeswehr auf 260000 „Wehrfähige“ aufgestockt werden solle beziehungsweise müsse. Und dass dies nicht nur mit „Freiwilligen“ erreicht werden könne.
In der Schule haben wir gelernt, dass auch schon die Prophezeiungen des historischen „Orakels von Delphi“ sehr geheimnisvoll waren und auch mehrdeutig zu verstehen sind. Gilt das auch für Wüstners Prophezeiungen? Und soll das heißen, die Wehrpflicht ist notwendig und wird deshalb schrittweise wieder eingeführt?
Keine Sorge: Altbundeskanzler Konrad Adenauer, bekannt als der „Alte von Rhöndorf“, muss sich heute deshalb nicht mehr die „Hand abhacken“ lassen, weil er seinerzeit wissen ließ, dass er dies tun wolle, wenn er jemals (wieder) ein Gewehr in die Hand nehme. Bleibt die Frage: Wer steckt hinter dem Orakel von heute? Ich spekuliere, dass es der „Alte von Washington, D.C“ sein könnte, oder?
Jürgen Engelhardt
Stephanskirchen