Zum Bericht „Merz freut sich auf sein Treffen mit Trump“ (Politikseite):
Natürlich muss man davon ausgehen, dass Donald Trump vor keinem ausländischen Besucher Respekt hat, und auch Friedrich Merz ist nicht davor gefeit, im Weißen Haus von Trump attackiert zu werden. Andererseits, niemand zwingt unseren Kanzler zu einem „Antrittsbesuch“ in Amerika: Mit Brüssel kurzschließen und Donald schreiben, wir Europäer kümmern uns um unsere Wirtschaftsinteressen. Wenn wir Bedarf haben, melden wir uns. Zum Beispiel dann, wenn die alberne Zollfrage in unserem Sinne gelöst ist. Im Übrigen können auch wir brutale Steuern auf Google, Facebook und Co. verhängen – mit zehn Prozent ist es da nicht getan. Und Waffen gibt es global in Hülle und Fülle – und weitaus billiger als in den USA, Herr Trump. Wenn die EU Muskeln zeigt, dann kann sie ihre US-Importe drastisch verringern. Wir betteln nicht um Aufträge. Lesen Sie mal die „Memoiren
eines Diplomaten“ von George F. Kennan, von dem können Sie lernen, wie ein vornehmer, hoch gebildeter und höchst erfolgreicher US-Diplomat Karriere gemacht hat. Der hat zum Beispiel seine Zeit nicht auf Golfplätzen verplempert.
Matthias Fuchs
Waldkraiburg