Zu den Berichten und Leserbriefen über den Krieg in der Ukraine (Politikteil und Leserbriefseiten):
Man könnte den Leserbrief „Diplomatie-Aus ist keine Friedenspolitik“ in die Rubrik „Märchen aus dem Kreml“ einordnen. Denn nichts von dem, was der Autor anführt, entspricht auch nur im Ansatz den Fakten.
Die Wahrheit ist: Putin hat diesen Krieg 2014 mit der völkerrechtswidrigen Besetzung der Krim und der Ausrüstung seiner Milizen im Donbas begonnen. In der Ukraine weiß man, dass noch nie etwas Gutes aus dem Kreml kam (Stichwort „Holodomor“). Was sie sicher nicht wollen, ist ein russischer Reinhard Heydrich, der das Land ausplündert, ihre Kinder verschleppt und sie selbst ausbeutet für seinen Feldzug gegen den freien, demokratischen Westen.
Die Anzahl der vom Kreml seit 2022 verübten Kriegsverbrechen ist schon so groß, dass man nicht mehr wegsehen kann. Auch nicht, wenn man Putins Quislingen in Deutschland und Österreich folgt.
Peter Mundigl
Mühldorf
Sollte unser Kanzler gerade zum Tag der Deutschen Einheit nicht lieber dem Beispiel des ehemaligen russischen Präsidenten Gorbatschow folgen, der mit mutigen Verhandlungen gewaltlos die Mauer zwischen Ost und West mit zu Fall brachte, als weiter innen- wie außenpolitisch an Mauern festzuhalten? Seit Kriegsausbruch ist keinem der europäischen NATO-Regierungschefs außer dem verachteten ungarischen Viktor Orban mehr eingefallen, als mit zusätzlichen Waffenlieferungen an die Ukraine und mit erweiterten Sanktionspaketen den Druck auf Russland zu erhöhen. Alternativen geht man immer noch aus dem Weg, weil es so viele Hellseher gibt, die ohne direkte Gespräche mit Putin schon vorher zu wissen glauben, was Putin denkt und vorhat.
Jeder, der nur Kontakte zu Russlands Regierung hatte oder aufnehmen wollte, wurde vorschnell als Putin-Versteher missachtet. Leute von den alternativen Parteien, die schon immer Wert darauf legten, dass ein tragfähiger Frieden auch von guten Beziehungen mit Russland und nicht allein von einer amerikanischen Regierungsmacht abhängig ist, werden bei politischen TV-Talkshows weitgehend ausgeschlossen.
Haben wir im Lande noch eine freiheitlich demokratische Grundordnung, wenn man aus Angst vor einer zunehmend dominanten Partei auch sinnvolle Entscheidungen schon im Vorfeld vermeidet und sich damit selbst einmauert? Warum soll Deutschland sich weiter einseitig von einer degenerierenden Weltmacht wie den USA führen lassen, die aus ihrem Interesse heraus schon lange dafür sorgte, dass zwischen Deutschland und Russland keine zu guten Beziehungen entstehen? Beispiel: Nord Stream. Es ist höchste Zeit für Frieden aufbauende Aktionen statt eine neu verordneten Kriegstüchtigkeit.
Simon Kirschner
Gaimersheim