Zum Bericht „Norbert Kerl lässt sich den Sieg nicht nehmen“ (Sportteil):
Schwache Windverhältnisse kamen beim letzten Lauf der Chiemseemeisterschaft insbesondere den Katamaranen mit modifizierten Besegelungen zugute (bis zu 150 Prozent Zusatzsegelfläche). So passierten vier Kats als Schnellste die Ziellinie. Die gesegelte Zeit eines Bootes sagt jedoch nichts über die tatsächliche Leistung aus. Dafür entwickelte man das Yardsticksystem, um Boote unterschiedlicher Bauart vergleichbar zu machen.
Am Chiemsee wird jedoch in der Gruppe der Kats davon abgewichen. Es werden modifizierte Kats bevorteilt. Sie sind fast alle gleich oder sogar besser eingestuft als Boote mit Standardausrüstung.
Die Katsegler vom DCC, CYC und SRS geben sich untereinander eine Vergütung. Wir vom Chiemseeyardstickausschuss sagen: „Wenn die Rennsegler so gegeneinander segeln wollen, dann ist es ihr eigenes System und wir akzeptieren das. Wir maßen uns nicht an, das zu korrigieren.“ Dieses Statement gab der Vorsitzende des CYSA, Stephan Hammermüller, bei einem Interview im Oktober 2024.
Das bedeutet: Modifizierte Katamarane werden kaum schlechter gestellt – obwohl sie deutlich schneller sind. Diese Praxis führt zu einem massiven Wettbewerbsnachteil für Katsegler mit Standardausrüstung und allen anderen Mitseglern. Ein klarer Bruch mit dem Prinzip der sportlichen Fairness.
Die Deklarationsdaten fehlen bei den modifizierten Kats vollständig. Teilweise sogar die Angabe „modifiziert“. Das erschwert die Nachvollziehbarkeit für Wettfahrtoffizielle und Mitsegler. Diese Vorgehensweise hat in den vergangenen zehn Jahren in dieser Gruppe zu einem Zweiklassensystem geführt, dem immer mehr Katsegler bei der Chiemseemeisterschaft fernbleiben.
Horst Unterleitner
Bergen