Zum Bericht „Die Münchner Waschsalons der Mafia“ (Bayernteil):
Deutschland hat ein Problem mit der organisierten Kriminalität. Genauer gesagt: mit den mafiösen Strukturen der Ndrangheta und Cosanostra. Dieses Problem wird in Deutschland immer größer – und man weiß auch, warum.
Italien hat seit geraumer Zeit ein Anti-Geldwäschegesetz verabschiedet. Während in Deutschland der Staatsanwalt beim Verdacht auf Geldwäsche den Beweis liefern muss, um eine Anklage zu generieren, ist es in Italien umgekehrt. Die sogenannte Beweislastumkehr.
Wer also in Italien eine tolle Villa besitzt, ein paar Ferraris in der Garage stehen und noch eine große Yacht im Hafen liegen hat, muss offenlegen, woher das Geld dafür stammt. Sonst werden diese Luxusgüter beschlagnahmt. Das ist der Grund, warum sich die Mafia verstärkt in Deutschland ausbreitet.
In Deutschland gibt es auch Maßnahmen gegen Geldwäsche. Wenn ein unbescholtener Bürger einen größeren Geldbetrag auf seiner Bank einzahlt, muss er die Quelle angeben. Die Mafia aber zahlt die Millionen Euro aus fragwürdigen Geschäften nicht auf einer Bank ein, somit greift dieses Gesetz als Verhinderung der Geldwäsche im großen Stil nicht.
Bleibt am Ende die Frage: Warum gibt es in Deutschland, besser noch in der ganzen EU, diese Beweislastumkehr nicht? Ich habe dafür nur eine logische Erklärung. Der Einfluss der Verhinderer reicht bis in die höchsten Gesellschaftsschichten und Politik.
Jürgen Breuer
Heldenstein