Diskussion um Pensionen wäre wichtig

von Redaktion

Zum Bericht „Das gilt künftig bei der Rente“ (Politikteil):

Wieso wird so viel diskutiert, dass der Rentenzuschuss aus dem Ruder läuft – und es gibt trotzdem keine Diskussionen über die Pensionen?

Der Staat zahlt 2025 für rund 20 Millionen Rentner 134 Milliarden Euro Zuschuss an die Rentenkasse (wofür auch versicherungsfremde Leistungen wie Hinterbliebenenrente, Erwerbsminderungsrente, Grundsicherung, Mütterrente und so weiter bezahlt werden). Die Durchschnittsrente war 2024/25 bei 1100 bis 1300 Euro brutto.

Der Staat zahlt für rund 1,4 Millionen Pensionäre dagegen 90 Milliarden Euro – und die Durchschnitts-Pension beträgt rund 3250 Euro brutto. Der Staat gibt also für einen Rentner rund 6700 Euro Zuschuss (versicherungsfremde Leistungen mit eingerechnet), wobei er für einen Pensionär rund 64.285 Euro ausgibt.

Diese Zahl muss aber halbiert werden, weil der Staat, wenn es keine Pensionäre gäbe, auch etwa die Hälfte in die Rentenkasse einzahlen müsste.

Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich nichts gegen Beamte habe (Polizei, Justiz und so weiter). Aber für die Gerechtigkeit wäre es schön, wenn man sich auch über Pensionen Gedanken machen würde.

Matthias Hofmann

Grassau

Nach ihren unsäglichen Parolen bei den Jusos hat Frau Bas mit ihrem Vorschlag, bei der Rente nur die Einzahlerjahre zu berücksichtigen, etwas getan, was die SPD schon lange nicht mehr getan hat: die arbeitende Bevölkerung in den Mittelpunkt zu rücken.

Wer früh ins Berufsleben einsteigt, zahlt nicht nur früh in die Rentenkasse ein, er beginnt auch früh damit, Akademikern ihre Ausbildung zu finanzieren. Hier wäre also ein bisschen Solidarität in der Form angebracht, im Gegenzug selbstverständlich und ohne Gemecker die fehlende Zeit am Ende „nachzuarbeiten“.

Ich bin selbst Akademikerin, habe mir also von der arbeitenden Allgemeinheit meine fundierte Ausbildung finanzieren lassen, die mir den Einstieg in einen gut bezahlten Job ermöglicht hat. Das habe ich nie aus dem Blick verloren. Das Lamento der heutigen Studenten kann ich daher absolut nicht nachvollziehen. Jeder von ihnen hatte schließlich, anders als viele Nichtakademiker, die Wahl, ob er nach der Schule gleich ins Arbeitsleben einsteigen möchte oder nicht. Und jeder von ihnen hätte schließlich weiterhin die Möglichkeit, eher in Rente zu gehen.

Vermutlich erhielte ein Akademiker, der mit 25 ins Berufsleben eingestiegen ist, mit 65 nach 40 Einzahlerjahren trotz der daraus resultierenden Abzüge am Ende immer noch mehr als zum Beispiel ein Arbeiter, der im gleichen Alter bereits 50 Jahre eingezahlt hat. Und er hätte aufgrund seines höheren Gehalts während dieser 40 Jahre, anders als der oben genannte Arbeiter, auch die finanziellen Mittel, on top privat vorzusorgen.

Also, liebe Studenten, seid dankbar für die Möglichkeiten, die Ihr habt, und zeigt wenigstens ein bisschen Solidarität mit denen, die Euch diesen Luxus jeden einzelnen Tag in Jobs erarbeiten, die Ihr niemals annehmen würdet.

Bella Ars

Stephanskirchen

Aufgrund der demografischen Entwicklung ist eine gravierende Änderung unseres Rentensystems (auch bei erheblicher „Arbeitsimmigration“) unumgänglich: Wir müssen länger arbeiten, und/oder die Beiträge steigen gravierend oder der Bundeszuschuss muss noch höher werden, weil eine Kürzung der Rente nicht denkbar ist.

Grundsätzlich muss das Lebensalter für den Renteneintritt die wichtigste Rolle spielen, aber eine Komponente hinsichtlich der tatsächlichen Beitragsjahre ist absolut sinnvoll. Ein früherer Renteneintritt (außer bei gesundheitlichen Gründen) muss mit realistischen Abschlägen bedacht werden, die finanzmathematisch auch nachvollziehbar sind.

Aus meiner Sicht sind die gegenwärtigen Kürzungen deutlich zu niedrig. Falls Selbstständige in die Rentenversicherungspflicht einbezogen werden, wird dies das Rentensystem nicht gesunden, es kommen ja später weitere Bezieher hinzu. Aber der Staatshaushalt könnte durchaus entlastet werden, weil später auch Selbstständige – im Falle wirtschaftlicher Probleme – im Alter nicht zum Unterstützungsfall werden.

Die Einbeziehung der Beamten ist denkbar und würde Jahrzehnte dauern, aber hierbei muss dann auch das Besoldungssystem mit in Betracht gezogen werden. Es gibt durchaus Beamte, die in der freien Wirtschaft deutlich mehr verdienen könnten, aber auch im Hinblick auf eine gute Pension ihre Aufgabe/Position als sehr sinnvoll ansehen. Zudem hat der Staat vielfach Kosten gespart, indem er Staatsbedienstete anstelle von Angestellten zu Beamten gemacht hat und dabei erst einmal für lange Zeit Sozialbeiträge vermieden hat.

Hoffentlich kommt bei uns einmal der Sachverstand zum Einsatz – und nicht die Ideologie.

Volkmar Döring

Unterwössen

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