Zum Bericht „Naturschutz und Tourismus im Clinch“ (Regionalseiten):
Der Titel „Naturschutz und Tourismus im Clinch“ erweckt beim Leser einen falschen Eindruck, denn es ist doch gerade die einzigartige Naturlandschaft, die Urlaubsgäste in den Chiemgau lockt. Auch Ministerin Kaniber ist dieser Meinung, denn sie sagt: „Unsere Natur ist unsere Geschäftsgrundlage, sie hat oberste Priorität!“ Warum sie sich aber dann so vehement für den geplanten Maximal-Neubau der Kampenwandbahn einsetzt, erschließt sich mir nicht.
Es ist ja nicht so, dass Aschau zu wenige Feriengäste hätte, denn es kommen Jahr für Jahr erheblich mehr Urlauber in die Kampenwandgemeinde als in jeden anderen Chiemgauort. Deshalb ist es auch nicht nachvollziehbar, dass jetzt durch Achter-Gondeln noch mehr Leute in die Bergwelt hinauf befördert werden sollen.
Mit den nostalgischen Vierer-Gondeln hat Aschau ein Alleinstellungsmerkmal, nach dem sich andere Gemeinden die Finger abschlecken würden. Die beschauliche Fahrt auf den Berg ist jetzt ein ganz besonderes Erlebnis und damit eine Rarität, die man nicht leichtfertig aufgeben sollte. Ein Schweizer Seilbahnexperte ist davon überzeugt, dass mit den heutigen technischen Möglichkeiten die Vierer-Gondelbahn so weit ertüchtigt werden kann, dass sie den heutigen Anforderungen entspricht.
Die Landtagsabgeordnete Sengl will kein „Remmidemmi“ auf dem Berg und sie befürchtet, dass ungebremster Tourismus gerade das kaputt macht, weshalb die Gäste auf den Berg hinauf wollen.
Ich begreife nicht, warum sich bei den Aschauer Bürgern nicht mehr Widerstand formiert, da gerade sie doch am meisten unter den erwartbaren untragbaren Verkehrsbedingungen mit fehlenden Parkplätzen und zugeparkten Einfahrten leiden werden.
Gerhard Märkl
Rottau
Ein äußerst interessanter Beitrag einer Diskussionsteilnehmerin wurde in Ihrem Artikel leider nicht erwähnt. Nämlich, dass an insgesamt 79 Tagen im Jahr die Seilbahn außerhalb der Betriebszeiten ausschließlich für Gäste der Sonnenalm bis 1.30 Uhr nachts zur Verfügung stehen soll.
Diese Sonderfahrten ermöglichen Events auf der Sonnenalm bis in die Nacht und somit eine Gewinnmaximierung der Gastronomie auf dem Berg, verbunden mit der Ruhestörung der Tierwelt.
Kampenwandbahn und Sonnenalm ergänzen sich hervorragend und befinden sich beide im Besitz derselben Familie. Dass die Verdreifachung der Kapazität durch die neue Seilbahn nicht ausgenutzt werden soll, halte ich für ein Märchen. Die geschätzte Investition von 30 bis 40 Millionen Euro für die neue Kampenwandbahn, die noch dazu mit rund zehn Millionen Euro durch den Steuerzahler bezuschusst wird, muss letztendlich wieder erwirtschaftet werden.
Schon heute ist die Besucherfrequenz an der Kampenwand für meinen Geschmack zu hoch. Die in der Sendung erwähnte „Tourismus-Lenkung“ kann ich nicht erkennen.
Marion Uber
Seebruck