Neues Bild von der „Jugend von heute“

von Redaktion

Zum Bericht „Bundeswehr in die Ukraine?“ (Politikteil):

Die Bundeswehr von morgen: wehrpflichtige „Weicheier in Uniform“? Der nicht eingezogene Rest der „Jugend von heute“: eine Generation von Schulabbrechern, Staatsknete-Betrügern, Arbeitsscheuen, handysüchtigen Stubenhockern? Endet so, was einst das Volk der Dichter und Denker war?

Ein Krankenhausaufenthalt gab mir Gelegenheit, über dieses verbreitete Bild von der „Jugend von heute“ nachzudenken. Den Ärzten in der kardiologischen Abteilung des Klinikum Rosenheim habe ich für ihre intensiven Bemühungen zu danken. Das ist die eine Seite. Den Pflegern, Helfern, Auszubildenden habe ich für gute Pflege und Versorgung zu danken. Und für einiges mehr, und das ist die andere Seite.

Ihr habt mir mit eurer Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft stets das Gefühl gegeben, dass ich bei euch in besten Händen bin. Und ich habe in diesen Tagen und Nächten gelernt, dass es „die“ Jugend nicht gibt, so wenig wie andere Pauschalbilder, die viele von uns Älteren mit uns herumschleppen.

Ich habe junge Menschen kennengelernt, aus Afrika, diversen Balkanländern, Fernost, Mittel- und Südamerika und – ja! – auch aus Deutschland. Ihr alle seid unser Land, unsere Gesellschaft, unsere Zukunft.

Natürlich seid ihr anders als wir Jungen damals. Aber haben Eltern und Großeltern da nicht auch gesagt: „Diese Jugend von heute – schrecklich!“ Nein, vor dieser Jugend, die ich hier kennenlernte, habe ich keine Angst, sondern Respekt. Ich denke, wir haben uns gut verstanden, auch ihr Jungen mich Alten.

Ich weiß, dass es auch die anderen gibt. Aber von denen lasse ich mir mein positives Bild von „der Jugend von heute“ nicht kaputt machen. Jetzt erst recht nicht mehr.

Hans-Jürgen Mahlitz-Stecher

Rosenheim

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