Zum Bericht „Neuer Standort für Briefkasten“ (Regionalseiten):
In Dänemark werden die Briefkästen endgültig demontiert. Man kann so ein schmuckes Stück jetzt je nach Erhaltungszustand für zwischen 100 und 180 Euro ersteigern.
Briefkästen gibt es seit dem 17. Jahrhundert. In Deutschland wurden im 20. Jahrhundert die Briefkästen weitgehend standardisiert – Form, Farbe und Leerungszeiten wurden vereinheitlicht. Brauchen wir in Deutschland überhaupt noch die Briefkästen?
Die Nachfolgeorganisation der Deutschen Post, DHL, verweist darauf, dass die Zustellung der Briefe in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen habe. Internet und E-Mail hätten den Bedarf deutlich reduziert.
Der Briefkasten für das Rathaus Rosenheim war an sehr versteckter Stelle des Gebäudes angebracht. Die Stadt hat sich nun entschlossen, den amtlichen Briefkasten auf dem Rathausvorplatz zu installieren, allerdings in einer Art und Weise, die es dem Bürger nur dann ermöglicht, denselben zu finden, wenn er zuvor jahrelang bei der Krimiserie „Die Rosenheim-Cops“ gut aufgepasst hat.
Trotz eines zusätzlichen Schildes am Gebäude – nur in Rosenheim gibt es ein Hinweisschild für den Briefkasten – findet man diesen tatsächlich nur mit detektivischen Grundkenntnissen.
Aber es geht noch schlimmer: Die Staatsanwaltschaft Rosenheim mit Amtssitz in der Aventinstraße besitzt überhaupt keinen Briefkasten. Briefe müssen entweder per Post versandt werden oder in den Briefkasten des Amtsgerichts eingeworfen werden: fußläufige Entfernung rund zwölf Minuten. Hat diese Behörde vielleicht schon geahnt, wie es zukünftig den Briefkästen in unserem Lande geht? Wer keinen Briefkasten hat, muss ihn auch in Zukunft nicht entfernen.
Dr. Peter Schuppenies
Stephanskirchen