Zu den Berichten über die Schneeräumungen nach den Niederschlägen des „Sturmtiefs Elli“ (Bayernteil und Lokalseiten):
Man liest heute jeden Tag so viel Bedrückendes in der Zeitung. Von mir jetzt einmal ganz etwas anderes: ein ganz großer Dank! Freitag, 9. Januar, Sturmtief Elli, Schnee, Glatteis, Eisregen. Ich muss jeden Tag zur Arbeit nach Traunstein. Mir hat vor diesem Morgen wirklich gegraut. Aber: Alle größeren Straßen und vor allem die Autobahn waren um 6.30 Uhr schon in einem Top-Zustand und der Arbeitsweg kein Problem. Viele Menschen nehmen das alles als Selbstverständlichkeit oder schimpfen eher, wenn nicht alles perfekt läuft. Aber eine Selbstverständlichkeit ist das alles nicht, sondern eine große Herausforderung, und daher mein ganz großer Dank an die Straßenmeistereien und Winterdienste.
Markus Kotschenreuther
Flintsbach
Anstatt Kritik an der Qualität des Räumdienstes zu üben, sollten wir lieber dankbar sein, dass es immer wieder genügend Menschen gibt, die zu jeder Tages- und Nachtzeit für uns diese (nicht ganz ungefährliche) Arbeit leisten. Auch wenn der Schneefall vorhergesagt war: Man kann nicht räumen, bevor der Schnee da ist. Die Dame jedoch hätte sich vielleicht den Zeitpunkt ihrer Fahrt aufgrund dessen überlegen können.
Susanne Wörndl
Aschau
Man muss sich schon wundern, dass annähernd eine halbe Seite im Lokalteil diesem Thema gewidmet wird. Da beschweren sich zwei Frauen darüber, dass es schneit, eine ist sogar zu feige, mit dem Namen zum Thema zu stehen.
Wir leben im Alpenvorland, haben jahreszeitbedingt Winter und bekamen letzte Woche ein paar wenige Zentimeter Schnee in kurzer Zeit. Absolute Normalität. Ja, es ist richtig, dass da viele Verkehrsteilnehmer langsamer und vernünftig gefahren sind und nicht alle Straßen gleichzeitig schneefrei waren. Warum sich so aufregen?
In Zeiten, in denen kommunale Aufgaben durch politische Vorgaben brutalst unterfinanziert werden, kommt auch der Winterdienst auf die Streichliste. Es ist vollkommen klar, dass Priorisierungen vorgenommen werden müssen und Verkehrsteilnehmer Einschränkungen zu akzeptieren haben. Hier ist Eigenverantwortung gefragt, auch ob die Notwendigkeit für so manche Fahrt bei angesagter Schlechtwetterlage wirklich gegeben ist.
Die Winterdienste leisten unter den ihnen gegebenen Rahmenbedingungen hervorragende Arbeit. Das zu würdigen, hätte viel mehr Raum in dem Artikel verdient gehabt. Und wie so oft in ähnlichen Beiträgen gilt das Motto: „Wenn draufhauen so einfach ist, warum soll ich dann über Verbesserungsvorschläge nachdenken“. Welch trauriger Zeitgeist.
Paul Geiger
Wasserburg
Bei uns in der Straße (Oberdonauweg) müssen wir einen Weg von rund 80 bis 100 Zentimeter freiräumen. Wenn ich fertig bin, kommt der Schneepflug und haut den ganzen Schnee wieder auf unsere Seite. Er könnte es auch auf die andere Seite räumen – aber das macht er nicht. Der Schnee ist dann sehr schwer, weil zusammengepresst. Wenn man gehbehindert ist, ist das eine Qual, wenn man den wieder wegräumen muss.
Ich hoffe, das ändert sich bald, weil ich nicht zweimal räume. Dann ist es noch besser, sie räumen gar nicht. Gestreut wird auch nicht, und dann ist es sehr glatt, wenn er räumt.
Guido Brunner
Rosenheim