Zum Bericht „Wohnungspreise steigen an“ (Wirtschaftsteil):
Die Kandidaten für die Kommunalwahl in diesem Jahr versprechen ausnahmslos, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Besonders die Parteien im linken Spektrum buhlen verstärkt mit diesem Thema. Sie nennen es sozial, wenn man privaten Immobilienbesitzern durch den sogenannten Mietendeckel vorschreibt, wie sie ihr Eigentum vermarkten dürfen. Soziale Marktwirtschaft bedeutet für mich, dass ich mein Eigentum zu meinen Bedingungen verkaufen oder vermieten kann.
Wer es sich leisten kann, kann mein Haus oder meine Wohnung kaufen oder mieten. Für bezahlbaren Wohnraum ist die öffentliche Hand zuständig. Diese ist dafür verantwortlich, wirtschaftlich schlechter gestellten Bürgern unter die Arme zu greifen und nicht der Steuerzahler. Dabei waren es unsere gewählten Volksvertreter in den Kommunen, die sich durch Geldmangel gezwungen sahen, staatlichen Wohnraum an private Investoren zu verkaufen. Das fällt ihnen heute auf die Füße, und denen fällt nichts Besseres ein, als den Bürgern, die Wohnraum zu vermieten haben, solche Daumenschrauben anzulegen. Dieses Vorgehen empfinde ich als ungerecht. Dass Politik Privateigentum nicht respektiert, kennt man aus DDR-Zeiten. In der Konsequenz bedeutet das für Vermieter, dass sie ihr Eigentum nicht mehr vermieten, demzufolge die Mieteinnahmen nicht versteuert werden, diese Wohnungen nicht mehr am Markt sind und wenn, dann lassen sie die Immobilie leer stehen oder lassen ihre Kinder darin mietfrei wohnen. Das macht die Situation auch nicht besser.
Werner Gmeiner
Kolbermoor
Wenn zum Beispiel in München durchschnittlich für eine 100-Quadratmeter- Eigentumswohnung 842.000 Euro verlangt werden, dann regt sich niemand mehr auf, man nennt das schlicht Verkäufermarkt. Die Parteien sehen keinen Anlass einzugreifen. Sie nennen das freie Marktwirtschaft, bei den enormen Gehältern und Versorgungsleistungen von Politikern kein Wunder. Die Parteien waren es nach 1945 auch, die Grund und Boden zum Spekulationsobjekt gemacht haben – mit verheerenden Folgen. Die einzige Korrektur gegen Wucherpreise gaben sie damit leichtfertig aus der Hand.
Dazu kommt, dass ebenfalls die Parteien den Besserverdienenden (also ihrer Klientel) erlaubten, bis dato rund zehn Billionen Euro Geldvermögen anzuhäufen, welches bestens gegen Ansprüche der Nicht-Vermögenden geschützt wurde. Lieber nimmt die jetzige Koalition Billionen an Krediten auf, die vielen Staaten und Lobbygruppen zugutekommen, aber nicht den wirklich Bedürftigen bei uns. Und die sind nicht die schlechtesten Bürger.
Es ist bezeichnend, dass die SPD keine Rolle mehr spielt, sie tut nichts gegen diese und viele andere Skandale, wie Nebenkostenabrechnungen.
Matthias Fuchs
Waldkraiburg