Wo bleibt die Verhältnismäßigkeit?

von Redaktion

Zum Bericht „Wie die Eisbachwelle (wieder) zum Politikum wurde“ (Bayernteil):

Da wird mit gehörigem technischem Aufwand und unter Zuhilfenahme verwaltungstechnischer Klimmzüge an der allseits beliebten Eisbachwelle herumgedoktert, nur weil sich einmal in Jahrzehnten ein, sicherlich tragischer, Vorfall ereignet hat.

Zum einen handelt hier jeder Surfer eigenverantwortlich, gefährdet keinen anderen und falls Hilfe nötig wird, sind zahlreiche Beiwohner sofort zur Stelle. Hier soll einer sportlich orientierten Klientel und einer Attraktion für den Standort und die Stadt das Wasser abgegraben werden.

Im krassen Gegensatz dazu steht die kaum nachvollziehbare Hilflosigkeit der Kommune, für die schon so oft diskutierte Abschaffung der Silvesterböllerei zu sorgen. Gewiss handelt es sich hierbei, wie auch bei der Eisbachwelle, um eine liebgewonnene Tradition. Aber ist es nicht an der Zeit, das Festhalten an einer Tradition zu überdenken und ihr Einhalt zu gebieten? Gibt es doch jedes Jahr, auch diesmal wieder, unzählige Verletzte, nebst Erblindungen und Verstümmelungen, bis hin zu etlichen Toten. Dazu die verstörte Tierwelt und Tonnen von Müll, Polizei und Notaufnahme im Overkill. Ist es das wirklich wert?

Es ist doch auch beschämend, angesichts der Bombardements in Gaza und der Ukraine hierzulande Krieg zu spielen. Egoismus und Unvernunft in der Gesellschaft machen sich zunehmend breit! Verschiedene Kommunen veranstalten bereits zentrale Feiern mit (Laser-)Feuerwerk. So geht es auch. Die Politik ist gefragt. Aber auch jeder Einzelne ist aufgerufen, bei sich anzufangen.

Matthias Müller

Brannenburg

Da hört sich der Spaß auf. Warum setzen sich hier keine Stadt- und Gemeinderäte, keine Bürgermeister für ein allgemeines Böllerverbot ein? Alle Jahre wieder – Krach, Böller, Feuer, Brand, verschreckte Haus- und Wildtiere. Mein Vorschlag: Feuerwerk nur an klar bestimmten Orten, ausgeführt von professionellen Pyrotechnikern. Alle Feuerwerk-Begeisterten zahlen dafür in einen Fonds ein. Und alle können damit Spaß haben – ohne Gefährdung, ohne Abflammen von Containern und Anwesen. Dazu noch gute musikalische Begleitung (Feuerwerksmusik?). Freude schöner Götterfunken! Prosit Neujahr!

Fritz G. Schott

Rosenheim

Artikel 1 von 11