Zu viel Aufmerksamkeit für Hans Söllner

von Redaktion

Zum Bericht „Der ewige Rebell wird 70“ (Bayernteil):

Wie wir schon manchmal bemerkt haben, haben die OVB-Heimatzeitungen fast eine ganze Seite dem sogenannten bayerischen Rebellen, Hans Söllner, gewidmet. Vielleicht ein Ausdruck der traditionellen heimlichen Liebe der Bayern zu Revoluzzern (wie Kneißl oder Jennerwein). Aber die sollen ja wie Robin Hood doch einiges Gute für die Armen getan haben. Bei sorgfältigster Betrachtung des „Lebenswertes“ des 70-Jährigen fällt mir nichts Verdienstvolles ein, außer der Pflege der bayerischen Mundart. In meiner früheren Tätigkeit als Drogenwart habe ich keinerlei Sympathie für Marihuana, das nach wie vor eine gefährliche Einstiegsdroge ist. Kann ich eine Gratulation, die der Ministerpräsident jedem 70-Jährigen im Lande macht, nicht einfach als nette Geste den Bürgern gegenüber gelten lassen? Jetzt wurde zwar objektiv berichtet, aber war eine solche Aufmerksamkeit Söllner gegenüber notwendig? Ein wenig mehr davon hätte ich mir seinerzeit gewünscht, als sich der wunderbare jahrzehntelange Kolumnist Herbert Schneider verabschiedet hat. Vielleicht sollte so enge Treue mehr zählen als ein bekiffter Auftritt Söllners.

Ich bin gespannt, ob dieses Gedenken auch unser von allen verehrter Albert Bichler erfährt, der uns so gescheit immer wieder unsere bayerischen Bräuche erklärt. Aber Bichler hascht meines Wissens nicht, damit er interessant werden kann. Nicht’s für ungut.

Wilhelm Lackner

Oberaudorf

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