Milliardenspiel mit drohendem Gesichtsverlust

von Redaktion

Zum Bericht „Ein neuer Plan für den Brennerzulauf“ (Regionalseiten):

Wenn 2026 im Bundestag abgestimmt wird über den Brenner-Nordzulauf, sollten die Abgeordneten mehrere Gesichtspunkte im Blick haben: Kosten, Machbarkeit und Zeitrahmen. Selbst in Zeitungen, die bisher eher pro Brenner-Nordzulauf argumentierten, erscheinen plötzlich skeptische Meinungen. Ich zitiere: „Und auch teure Neubaustrecken wie der Brenner-Nordzulauf gehören auf den Prüfstand. In einer Zeit, in der Baukapazitäten so knapp sind, sollten pragmatische Lösungen stets Vorrang haben vor gigantischen Projekten mit fraglichem Effekt.“

Die Bahn und die Politik, auch unsere Vertreter aus Stadt und Landkreis, sollten ihr Augenmerk lieber auf die Sanierung des bestehenden Schienennetzes legen, als auf Tunnellösungen zu setzen, die Unmengen Material (CO2-Ausstoß) benötigen und Milliarden kosten. Außerdem eignet sich der Rosenheimer Norden mit seinem Untergrund Seeton weder für eine Tunnellösung noch für aufgeständerte Varianten der Trasse. Die Bahnbrücke über die Westumgehung bei Wernhardsberg lässt grüßen.

Aber offensichtlich hat man so viel in die Neubauplanung investiert, dass die Bahn einen Gesichtsverlust riskiert, wenn von der Planung abgesehen wird. Ich hoffe auf eine vernünftige, dem Bundeshaushalt angemessene Entscheidung für einen Ausbau der Bestandsstrecke. Die größenwahnsinnigen Projekte der Bahn (Stuttgart 21, zweite Stammstrecke München) haben schon zu viel Geld verschlungen.

Annelies Kaczynski

Schechen

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