Den Planungsprozess noch einmal neu aufsetzen – wirklich?

von Redaktion

Zum Bericht „Ein neuer Plan für den Brenner-Nordzulauf“, Regionalteil:

Die bereits für 2025 vorgesehene politische Entscheidung soll nun 2026 erfolgen – was die Bürgerinitiativen (BI) wieder aktiviert. Und dazu liegt auch ein neuer Alternativvorschlag des Planungsbüros Vieregg-Rössler vor. Könnte er Chancen haben, die bereits im Prüfungsverfahren des Eisenbahnbundesamts befindliche Planung der Bahnen zu ersetzen? Natürlich könnte der Planungsprozess noch politisch geändert werden, aber wäre dies sinnvoll? Kaum vorstellbar, denn er müsste wieder von vorne beginnen. Der Vorschlag Vieregg-Rösslers erscheint auch nicht wirklich realisierbar, denn er erfordert den Ausbau des Ostkorridors (Strecke Mühldorf-Rosenheim – politische Entscheidung notwendig) – den Komplettumbau des Bahnhofs Rosenheim mit Gleisüberwerfungen (jahrelanger Bauprozess mit großen Risiken – siehe Stuttgart 21). Er widerspricht daher grundsätzlich dem bisherigen politischen Auftrag für einen viergleisigen Ausbau zwischen München und der Landesgrenze mit einer zweigleisigen Neubaustrecke zwischen Grafing und dem Anschluss an die viergleisige Strecke in Tirol, wie er auch in der Vereinbarung zwischen Deutschland und Österreich so vorgesehen ist. Neben vielen weiteren Nachteilen des Vorschlags, die hier aus Platzmangel nicht erläutert werden können, ist zum Beispiel weiterhin eine Verknüpfungsstelle Niederaudorf gleichen Umfangs wie in der Bahnplanung vorgesehen – ein großer Kritikpunkt der BI. Also sollten sich die Koalitionspartner in der Regierung genau überlegen, ob sie den bisherigen Planungsprozess tatsächlich noch einmal neu aufsetzen lassen und sich damit bei unseren Nachbarn grandios blamieren.

Manfred Kreibig

Pocking

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