Zum Bericht „Strukturelle Probleme im deutschen Gesundheitswesen“ (Politikteil):
Um mit dem Primärarztsystem hohe Kosten und lange Wartezeiten für einen Facharzt zu vermeiden, müsste in unserem zunehmend kranken Gesundheitssystem mehr geschehen. Von einer verantwortbaren Reform, die nicht automatisch bequem versorgt, Eigenverantwortung herausfordert und sich von einer sozialistischen Versorgungsmentalität verabschiedet, ist mit aktuellen Reformvorschlägen noch nichts zu spüren. Davon wollen wohlgefällige Politiker nicht viel wissen und wohl auch nur wenige „Gesundheitsanbieter“ aus den Pharma- und Ärzteherrschaften.
Kein Wunder, wenn Arztpraxen überfüllt sind und die Beiträge für Krankheitskosten zunehmen, zumal sich sogar mittels schädlicher Operationen herrlich Geld schneiden lässt, die neue Krankheiten verursachen. In unserem Krankheitsversorgungssystem wird noch immer kein gesunder Lebensstil eingefordert, der sich durch niedrigere Pflichtbeiträge oder Beitragsrückerstattungen bezahlt macht. Dieses System sorgt geradezu für eine bequeme ärztliche Versorgung, ohne dass man selbst einer Krankheit auf den Grund gehen muss.
Nicht wenige bleiben so abhängige Schlucker und ewige Patienten. Gar manche geraten so frühzeitig mit hohen Kosten in „kranke Häuser“ und Pflegeeinrichtungen. Dazu kommt, dass alternative Heilungsansätze in der Regel gemieden werden, weil primär schulmedizinische Eingriffe bezahlt werden, auch wenn sie nicht selten unnütz sind, wenn sie bei der Symptombehandlung stehen bleiben.
Von politischer Seite her wird man seit Jahren mit pseudosozialen Floskeln und kurzsichtigen Reformen abgespeist. Eine solche Zielbestimmung ist im Hinblick auf Heilungsprozesse oft gar nicht hilfreich, wenn man weiter ohne Eigenengagement in einer Art Vollkasko-Mentalität versorgt wird.
Simon Kirschner
Bad Endorf