Zum Bericht „Klimawandel: Ozeanversauerung gefährdet Lachse“ (Kulturteil):
Sie schreiben in dem Artikel „Durch Versauerung steigt der pH-Wert“ und „durch alkalische Umgebung mit niedrigem pH-Wert“. Beide Aussagen sind aus chemischer Sicht falsch. Es ist gerade umgekehrt. Bei Versauerung sinkt der pH-Wert und durch alkalische Umgebung steigt er pH-Wert.
Helmut Hampich
Vagen
Zwar ist anzunehmen, dass die meisten Leser die Feuilleton-Seite nicht bevorzugt zur Wissensvermehrung nutzen werden – doch sollten auch dort Artikel keine groben Fehler enthalten. Wenn höhere pH-Werte das für die Vermehrung nötige Enzym begünstigen, ist richtig, dass Versäuerung des Wassers durch Bildung der hypothetischen Kohlensäure aus Kohlendioxid und Wasser die Bildung des vom Enzym gesteuerten Botenstoffs cAMP reduziert. Jedoch fällt (!) bei dieser Versäuerung der pH-Wert. In alkalischer Umgebung ist der pH-Wert hoch, in sauerer ist er niedrig. Die Fortpflanzungsfähigkeit der Lachse wird also mit fallendem (!) pH-Wert gefährdet. Im alkalischen Bereich wird sie begünstigt. Der pH-Wert ist übrigens ein Maß für die Wasserstoffionen-Konzentration in einem Medium: je mehr davon, umso niedriger der pH-Wert, umso sauerer.
Dr. Klaus Carsten
Bernau