Zum Bericht „Limburger Bischof warnt vor AfD“ (Politikteil):
Er sollte sich lieber die Frage stellen, warum die Kirchen in der breiten Bevölkerung immer mehr an Einfluss verlieren. Auf die Frage von Wolfgang Kubicki (FDP), ob die Kirche nicht zehn Prozent ihres Vermögens zur Bekämpfung der Armut in Deutschland geben könne, war die Antwort: Nein, die Politik ist für die Gegenwart und wir sind für die Zukunft.
Die beiden großen Kirchen verlieren seit Jahren massenhaft Mitglieder und damit ihre eigentliche Existenzgrundlage. Zwischen 2013 und 2024 kehrten über fünf Millionen Menschen der katholischen und evangelischen Kirche den Rücken. Der Befund ist eindeutig. Die Kirchensteuer kollabiert strukturell. Parallel dazu wächst ein anderer Apparat ungebremst: Caritas und Diakonie. Mit inzwischen über 1,3 Millionen Beschäftigten gehören Sie zu den größten Arbeitgebern Deutschlands. Doch diese Strukturen werden längst nicht mehr durch Gläubige getragen, sondern durch die Allgemeinheit. Vor allen in den Bereichen Migration, Asyl, Beratung und Integration fließen Jahr für Jahr Milliarden aus öffentlichen Haushalten von Bund, Ländern, Kommunen und EU-Fonds an kirchliche Träger. Die Kirchen sind dabei nicht Randakteure, sondern zentrale Profiteure und Durchführer staatlicher Programme.
Während Kirchenbänke leer bleiben und Kirchensteuerzahler davonlaufen, sichern staatliche Gelder das Überleben kirchlicher Großorganisation. Migration ersetzt die Kirchensteuer nicht offiziell aber faktisch. Der Rückzug aus Seelsorge, Glaubensvermittlung und Gemeindeleben wird kompensiert durch eine massive Ausweitung staatlich finanzierter Sozialindustrie.
Wenn der Glaube nicht dazu dient den Menschen zu erheben, sondern ihn zu beherrschen, verstummt die Stimme Gottes, und nur das Echo der Macht bleibt.
Walter Hübel
Waldkraiburg