Die Bundeswehr braucht die Besten

von Redaktion

Zum Bericht „Schüler protestieren gegen Wehrpflicht“ (Politikteil):

Junge Männer und Frauen ab Geburtsjahr 2008 erhalten seit Anfang dieses Jahres Fragebogen. Männer müssen, Frauen können diesen beantworten. Für Männer soll dann die Musterung wieder zur Pflicht werden, der Wehrdienst dank hoher Besoldung zunächst freiwillig bleiben. Nur, wenn die Zahl der Freiwilligen nicht ausreichen sollte (von dem auszugehen ist), kann der Bundestag eine „Bedarfswehrpflicht“ einführen und im Rahmen dessen den Bedarf im Losverfahren decken.

Ja, geht’s noch? Die Bundeswehr braucht doch die Besten eines Jahrgangs – was würden Satiriker und Kabarettisten ohne neue geistige Ergüsse unserer gewählten Staatenlenker tun? Die betroffene Generation der Stubenhocker, Instagram-&-Co.-Nutzer haben sich jetzt tatsächlich aus ihren gut beheizten und behüteten Kinderzimmern gewagt und im Rahmen „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ dagegen protestiert. „Soll doch, wie bisher Amerika, zulasten seiner Steuerzahler unsere Meinungsfreiheit, Demonstrationsrecht, Religionsfreiheit und Staat schützen.“ Pech nur – nach der neu verabschiedeten amerikanischen Sicherheitsstrategie, wird die USA ihr militärisches Engagement in Europa stark reduzieren.

Europa, aber umso mehr Deutschland, muss seine militärischen Fähigkeiten daraufhin gewaltig ausbauen – inklusive Atombewaffnung. Der 1968 unterschriebene Atomwaffensperrvertrag ist spätestens dann hinfällig, wenn Amerika seinen nuklearen Schutzschirm über uns einstellt.

Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal mit dem „Steinewerfer“ und ehemaligen grünen Außenminister Joschka Fischer einer Meinung bin. Wer sich – aus welchen Gründen auch immer – der politischen Realität verweigern will, empfehle ich bereits jetzt das Studium des Nobelpreis-prämierten Werks von Alexander Solschenizyn: „Der Archipel Gulag“.

Friedrich Ruppert

Rohrdorf

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