Zum Bericht „Die Rampensau setzt sich durch“ (Bayernteil):
Django Asül durfte nur einmal ran; Maxi Schafroth beim ersten Mal noch als der beste Debütant gelobt, war beim zweiten Mal auch schon zu moralisch und politisch. Jetzt startete Stephan Zinner schön vorsichtig und wie er selbst zugab: sehr nervös. Wird die CSU und der Paulaner-Konzern nach seiner Rede die Daumen senken oder heben? Sind die Pointen witzig, überraschend, aber nicht beleidigend? Und sind auch bitte keine Themen angesprochen, die dem Ministerpräsidenten oder seinem Kabinett missfallen könnten?
Der Paulaner-Konzern will ein gutes Verhältnis zur Regierungspartei, die CSU will öffentlich zur besten Sendezeit und bei einem Millionenpublikum nicht stark angegangen werden. Da bleibt für die Kunst nur ein enger Korridor. Künstlerische Freiheit ist zwar durch die Verfassung geschützt, aber im Format des Nockherbergs eben dann doch nur innerhalb der gewährten engen Grenzen umsetzbar. Schade, da hatte es Walter Sedlmayr noch leichter in den 1980ern, als er nicht bei jedem Wort überlegen musste, ob ihm das die Absetzung einbringt – und es glücklicherweise auch nicht tat!
Ulrich Krapf
Kolbermoor