Pensionsproblem ist Teil der Rentenfrage

von Redaktion

Zum Bericht „Fünf Pläne zur Rentenreform“ (Politikteil):

Die Rentenfrage kann ohne Klärung des Pensionsproblems nicht gelöst werden. Der CDU-Mittelstand fordert „Weniger Beamte!“, der sächsische Kultusminister will die Lehrerverbeamtung abschaffen. Kevin Kühnert schreibt: „Ich bekomme zu viel Politikerpension!“

Unstrittig ist wohl, dass die Rentner von heute als frühere Angestellte und Arbeiter die primären, überwiegenden Leistungsträger des Landes waren. Aber sie werden von Politikerkreisen wie ein lästiges Problem hingestellt (Rentenhöhe und -alter). Sie haben aber Rentenbeiträge gezahlt und den Staat finanziert, der diese Beiträge seit langer Zeit in Milliardenhöhe oft fremdverwendet hat.

Pensionisten haben keine Beiträge bezahlt, bekommen sogar Beihilfe. Sie gehen im Durchschnitt früher in Pension und leben länger als Rentner. Warum? Ein Leistungsprinzip kennen sie nicht. Da gibt es krasse Beispiele. Zum Beispiel muss ein FH-Professor, wenn er seine Vorlesungen so legt, nur zwei Tage pro Woche in der FH sein. Daneben kann er freiberuflich (zum Beispiel als Steuerberater) unbegrenzt verdienen – noch dazu bei rund vier bis fünf Monaten Semesterferien pro Jahr. Warum gibt es da keine Trimester wie an Privathochschulen? Und warum müssen FH-Professoren verbeamtet sein?

Wenn in einem System (zum Beispiel ein Staat) einige wenige viel mehr bekommen, als sie leistungsmäßig einbringen, dann bekommen viele andere (zum Beispiel als geringe Rente) viel weniger zurück, als sie als Lebensleistung eingebracht haben. Das ist hoch ungerecht.

Auch die Beihilfe ist ein Hohn für die Rentner. Bismarck sagte: Ein Staat, der zu viel nimmt, betrügt sein Volk. Da besteht also Reformbedarf – wie auch in diversen Bereichen des „öffentlichen Dienst-Systems“. Wann klappt die Umstellung „Renten für alle“ wie in Österreich?

Dr. Joseph M. Fersch

Ramerberg

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