Zum Bericht „Grenzkontrollen entfachen Wut in Tirol“ (Bayernteil):
Als Erler sind wir es seit jeher gewohnt, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Auto ins benachbarte Bayern zum Einkaufen, zum Sport, zu diversen Veranstaltungen, zu Feuerwehreinsätzen oder einfach zu Freunden zu fahren. Dasselbe gilt für die Nachbarn auf der bayerischen Seite gegensätzlich. Der EU-Beitritt Österreichs mit dem Fall der Grenzen war für uns daher eine große Errungenschaft.
Leider wurden die Grenzen jedoch von Deutschland aus Anlass der Flüchtlings- beziehungsweise Asylproblematik wieder hochgezogen, so wie am Grenzübergang Kiefersfelden. Über den Erfolg kann sich jeder, der wie ich täglich diese Grenze passiert, selbst eine Meinung bilden.
Tausende von Fahrzeugen aus einer Vielzahl von Ländern fahren täglich durch die Kontrollen, oftmals ohne Notiz der Grenzbeamten. Sämtliche kleinen Grenzübergänge bleiben außerdem die meiste Zeit unbeobachtet. Vergangenen Samstag wurden wir jedoch, ein Fahrzeug mit Kufsteiner Kennzeichen, kontrolliert – und tatsächlich hatten zwei meiner Mitfahrer für die Fünf-Kilometer-Durchfahrt bis Niederndorf keinen Ausweis bei sich. 40 Euro Strafe für jeden der beiden. Unser Vorschlag, die Ausweise innerhalb von zehn Minuten nachzureichen, auch unter Hinterlegung einer Kaution, wurde abgelehnt.
Während von Bayern stets unsere Lkw-Blockabfertigungen kritisiert werden und der freie Warenverkehr gefordert wird, scheint das für die andere Seite und den freien Personenverkehr nicht zu gelten. Weit haben wir es gebracht. Das ist jedenfalls nicht die EU, für die ich seinerzeit gestimmt hatte.
Thomas Scherlin
Erl/Tirol