Zum Bericht „A8-Ausbau im August vor Gericht“ (Bayernteil):
Die Forderungen nach einem derart massiven Ausbau der A8 in unserer schönen Landschaft sind bedrückend und anachronistisch. Abgesehen davon, dass die Verkehrsprognosen so einen Ausbau gar nicht hergeben, wurden zudem andere fest geplante Maßnahmen bei deren Erstellung gar nicht berücksichtigt: So die Auswirkungen des Baus der Autobahn München-Passau, und vor allem der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke München-Mühldorf-Freilassing sowie das generelle Ziel, den Güterverkehr aus Klimaschutzgründen auf die Schiene zu verlagern.
Gerade der Ausbau der Bahnstrecke ist für den Güterverkehr nach Österreich von großer Bedeutung und würde die Anzahl der Lkw auf der A8 verringern. Warum werden die Gelder nicht dafür verwendet?
Eine Wirtschaftlichkeit des A8-Ausbaus ist auch nach Aussage des Bundesrechnungshofes angesichts der geringen Vorteile gegenüber den Baukosten nicht gegeben. Und dafür sollen bei uns Landschaft, Flächen und Natur geopfert werden, denn der sogenannte „Ausbau“ kommt einem Neubau gleich, mit abgekürzten Kurven und angeglichenen Steigungen. Wir werden unsere Region danach nicht wiedererkennen.
Dazu kommt die verstärkte Lärmbelastung durch die höheren möglichen Geschwindigkeiten und die größere Zahl von Lkw, die durch Lärmschutzmaßnahmen kaum besser werden als jetzt, gerade für Bewohner höher gelegener Ortschaften. Die Autobahn braucht aus Sicherheitsgründen und gegen Unfall-Staus vielleicht einen viel kostengünstigeren angefügten Standstreifen, aber auf jeden Fall ein Tempolimit auf 100 km/h, um den Verkehrsfluss zu verbessern, mehr Verkehrssicherheit zu gewährleisten und Lärmschutz für die geplagten Anwohner zu bieten. Dann wären auch die bisher durch die Orte rollenden Staus Geschichte.
Michael Schekatz
Bernau