Zum Bericht „Mit feinem Gespür modelliert“ (Kulturteil):
Der kritische Leser wundert sich. Die Philharmoniker müssen mit eklatanten Finanzkürzungen seitens der Stadt rechnen, aber an der künstlerischen Qualität soll nicht gespart werden. Man kümmere sich um die Einnahmenseite. Kein Wort über zusätzliche Hunderte Milliarden Euro an Kosten durch den Iran-Krieg, über Rentenfinanzen, Bahninfrastruktur, Militär-Milliarden. Anstatt überschwängliche Lobeshymnen auf die Musiker erwartet der Leser seit Jahrzehnten, dass verantwortungsvolle Redakteure über die steuerfinanzierten Traumgagen der Künstler informieren. Einer der Vorgänger von Lahav Shani soll pro Monat 250.000 Euro Gage kassiert haben: Kein Wunder, dass solch skandalöse Gehälter für einen „Kapellmeister“ dem Leser nicht zugemutet werden können. Da wundert das gut gelaunte Lächeln des Lahav Shani natürlich nicht. Vielleicht gibt es noch andere Gründe für solch unverhältnismäßige Großzügigkeiten, die sehr wenig mit Leistung zu tun haben. Solche Fälle leistet sich die Politik in allen Bereichen der Kultur. Wie schnell doch Vertrauen verspielt ist.
Matthias Fuchs
Waldkraiburg