Zu den Berichten über den Mercosur-Freihandel (Politikseiten):
Trotz Ablehnung durch das EU-Parlament und einigen Regierungschefs will die EU-Kommission das Mercosur-Freihandelsabkommen zugunsten von Großkonzernen und Banken sofort anwenden. Das ist undemokratisch und gegen das europäische und südamerikanische Gemeinwohl.
Durch das fehlende Recht, die Qualität, Menge und Produktpreise zu prüfen und Schädliches zurückzuweisen oder mit Zöllen zu belasten, wird die Ernährungs- und Wirtschaftssouveränität aller beteiligten Staaten abgeschafft. „Ein vergiftetes Abkommen“, sagte Agrar-Ökologie-Experte, Professor Dr. Andrioli aus Brasilien, der seit 25 Jahren die dortige Lebensmittel-Erzeugung mit Gentechnik (GVO und NGT) und Agrochemikalien in Südamerika anprangert. Der Einsatz von Glyphosat und wegen Resistenzen anderer in der EU verbotener, schädlicher Pestizide wurde vervielfacht. Verbotene Antibiotika und Hormone bei Tiermast sind dort rezeptfrei erhältlich.
Diese für Ökologie und Gesundheit gefährlichen Lebensmittel würden ohne Importkontrolle und ohne Zölle auf den Tellern der europäischen Verbraucher landen. Diese Billigimporte werden die nach hohen Standards produzierende deutsche Landwirtschaft in den Ruin treiben. Firmen werden zum Niedriglohn auswandern. Durch lange interkontinentale Transportwege steigt der CO2-Ausstoß, belastet Umwelt und Klima. Weitere Nachteile: Regenwaldrodung zum Schaden der CO2-Bilanz und indigener Völker.
Trotz eigener Importzölle könnten nun die USA über Mercosur-Länder zollfrei in EU-Märkte exportieren. Danke an EU-Bürger und Politiker, die mit Weitblick am Recht festhalten, mit Zöllen schädliche Handelsverwerfungen zu vermeiden.
Sebastian Sonner
Reichertsheim