Viel Aufhebens um einen Ladenhüter

von Redaktion

Zum Bericht „Neuauflage der legendären DO-328“ (Wirtschaftsseiten):

Wenn man die deutsche Luftfahrtbranche – auch die DO-328 – kennt, wundert man sich über die Hymnen auf ein aufgewärmtes Produkt. Die DO-328 wurde mit hohen Erwartungen – auch gegen den Rat von Fachleuten – durch die alte Firma Dornier gehetzt. Mit Ach und Weh – insbesondere in der Flugerprobung – wurde dann ein Drittel des ursprünglichen Marktanteils ausgeliefert. Etwa 107 Exemplare bedienten kleinere Airlines.

Der Vorschlag einer Turbofan-Version – ursprünglich verworfen – wurde halbherzig mit der 328-Turboprop plus Turbofan nachgereicht. Eine DO-428-Version verschwand schneller als gezeichnet und die schwachen Verkäufe der 328 führten zur Übernahme durch Fairchild.

Das Desaster beschleunigte sich und durchgereicht an eine türkisch-amerikanische Firma, die eine Version für CIA-Operationen verkaufen konnte, endete alles wieder in der Deutschen Aircraft in Oberpfaffenhofen. Mit dem Zusatz „eco“ hat die Zeit die DO-328 dann im Jahr 2019 eingeholt. Eine verbesserte Turboprop-Basis (PW127XT-Sdes) verspricht etwas erhöhte Flugleistungen für einen verlängerten Rumpf mit 40 Passagieren sowie zwei bis drei Prozent verringerten spezifischen Kraftstoffverbrauch. Abgesehen von neuesten Avionik-Geräten und moderner Innenausstattung nach 40 Jahren bleibt es beim Ursprung. Auf den versprochenen Eye- und Grünen-Catcher „nachhaltiger“ SAF-Kraftstoff wird man jedoch – wegen der Herstellungsprobleme – noch lange warten müssen. Aber, SAF und Kerosin sind völlig gleich für den PW127-Turboprop. Deutsche Verkaufstechnologie auf Pergamentpapier.

Dr. Stephan Maria Hitzel

Raubling

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