Zum Bericht „Mahnfeuer als Protest gegen Brenner-Nordzulauf“ (Regionalseiten):
Die Schnellbahn über den Brenner-Nordzulauf wird nie die nötige Akzeptanz finden. Weil die DB es unterlässt, den Bedarf nachzuweisen, kümmert sie sich auch nicht um eine Analyse des zu erwartenden Benutzerklientels.
Von München aus gelangt man in vier Stunden nach Berlin und in fünf Stunden nach Hamburg, in nur drei Stunden nach Leipzig. Diese Beispiele zeigen: Die meisten Passagiere in Deutschland haben berufliche oder geschäftliche Ziele. Dazu kommen die Besuche bei Verwandten oder Bekannten. Das Ergebnis ist die optimale Annahme des Angebots der Bahn.
Ganz anders liegen die Verhältnisse beim Brenner-Nordzulauf. Auch hier gibt es Geschäftsreisende, aber der typische Italienreisende ist der Tourist, der das „Land, wo die Zitronen blühen“ mit den Augen erfassen möchte. Das gilt schon für die Anreise. Die Bahnstrecke durch das Inntal, über den Brenner, durch Südtirol und das Trentino gehört zu den schönsten in Europa – und diese Landschaften sind die Einstimmung auf alles, was der Süden bringen wird. Aber dafür wird diese neue Bahnlinie absolute Fehlanzeige sein.
Allein schon durch einen nördlich von Rosenheim beginnenden Tunnelanteil von 60 Prozent innerhalb Bayerns werden die Reisenden zu blinden Maulwürfen verdammt. Italienreise mit der U-Bahn – wer mag das schon?
Die Buslinien nach Italien werden nur so aus dem Boden schießen und auch die Italienreise mit dem Pkw wird eine Renaissance feiern. Was nicht schlimm ist, weil der längst auf Elektroantrieb umgestellte Straßenverkehr ohnehin alle ökologischen Bedenken aufheben wird. Im Ergebnis werden nur die Vergeudung von zig Milliarden Euro für die Baukosten und ungedeckte Betriebskosten bleiben.
Prof. Dr. Hilmar Mund
Brannenburg
Mitglieder der Bürgerinitiative behaupten, dass in den vergangenen Jahren kein erhöhtes Verkehrsaufkommen feststellbar sei. Dabei beweist gerade die Diskussion um die Abfahrverbote von A8 und A93 und das Chaos in den Dörfern bei Stau auf der Autobahn das Gegenteil. Bei der Diskussion um die Staus in den Dörfern kommt oft die Forderung, wir sollten doch von Österreich lernen. Aber leider verstehen viele nicht, dass die Grundlage in Österreich die fertigen Gleise 3 und 4 des Brenner-Nordzulaufs sind.
Der hektische Aktionismus der Politiker wird nichts bringen. Wer es nicht glaubt, wird die nächsten Jahrzehnte beobachten können, dass das Chaos in den Dörfern zunimmt, solange der Nordzulauf nicht fertig ist. Vielleicht erkennt irgendwann mal die Mehrheit der Anwohner diesen Zusammenhang.
Das mit den Abfahrverboten kann meiner Einschätzung nach bei uns gar nicht richtig funktionieren, da man keinem verbieten kann, aus Richtung Kufstein von Haus aus Landstraße zu uns zu fahren. Dann gilt das Abfahrverbot nämlich grundsätzlich nicht. Wenn man das auch verhindern wollte, müsste man ja bei Stau den halben Landkreis für auswärtige Autonummern sperren und würde dabei auch die betroffenen Gemeinden treffen, weil damit auch der gesamte Lieferverkehr zu denen betroffen wäre.
Leider traut sich auch kaum einer aus der Kommunalpolitik, diesen Zusammenhang offen anzusprechen, da zu viele sich einer sachlichen Diskussion zum Nordzulauf nicht mehr stellen, sondern an ihrer Nimby-Haltung starr festhalten.
Matthias Dangl
Riedering
Es ist einfach lächerlich. Die Schilder, die Kontrollen, der Aufwand. Ist bei uns keiner mehr da, der ein Problem löst? Der Nordzulauf ist das Problem. Fünfmal die Woche sollen sie Blockabfertigung machen. Sie sind fertig mit der Arbeit.
Josef Damboeck
Bad Aibling